Knöllchen verteilt: Streit um das Weinfest Trier-Olewig: Von Wildparkern und Wildpinklern

Kostenpflichtiger Inhalt: Knöllchen verteilt : Von Wildparkern und Wildpinklern – Streit um das Weinfest Trier-Olewig

Das Weinfest in Trier-Olewig war geprägt von friedlicher Stimmung. Doch neben der Festmeile waren und sind Ärger und Frust groß. Dass die Erklärungen dafür nicht ganz einfach sind, zeigt die Recherche des Trierischen Volksfreunds.

Mit der Ahndung von Falschparkern werden die Mitarbeiter des Ordnungsamts heute  – an Mariä Himmelfahrt – vermutlich reichlich beschäftigt sein. Wie eine solche Herausforderung zu bewältigen ist, haben die Überwacher des parkenden Verkehrs bereits beim Weinfest in Trier-Olewig bewiesen. Eine rekordverdächtige Zahl von 233 Strafzetteln ist vom 2. bis 4. August in den Straßen des Stadtteils verteilt worden. Nach Auskunft der Stadtverwaltung wurden insgesamt zwölf Autos in dieser Zeit abgeschleppt.

Während der großen Trierer Feste gebe es immer Sonderschichten des Ordnungsamts, sagt Pressesprecher Ernst Mettlach. So auch in diesem Jahr. „Wir müssen diese auch einsetzen, weil sonst immer wieder Feuerwehrzufahrten, enge Straßen, private Hauseinfahrten oder Behindertenparkplätze zugeparkt werden und ohne Kontrollen sehr gefährliche Situationen entstehen können.“ Besondere Vorgaben für die Kontrollen habe es nicht gegeben. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben den üblichen Dienst verrichtet.“

Zornige Zuschriften von Lesern an unsere Redaktion belegen, dass zumindest einige Betroffene dies nicht glauben. „Ein wunderschönes Weinfest, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt“, schreibt zum Beispiel Heinz Fischer, selbst als Gästeführer tätig, der sein Auto in der St.-Anna-Straße falsch geparkt hatte. Auch mit Blick auf die Gäste der Stadt hätte man beim Weinfest eine Ausnahme machen können.

Noch deutlicher formuliert Peter Terges, Vorsitzender der Vereinigung Olewiger Winzer und Hauptorganisator des Weinfestes, seine Kritik: „Haben die sonst kein Problem, als am Abend Knöllchen zu verteilen?“ Besonders verärgert ist er über einige abgeschleppte Autos in der Straße Zur Retzgrube, wo sich auch die Gebäude der Olewiger Feuerwehr befinden. „Auf dem Grünstreifen an der linken Seite stehen das ganze Jahr über Fahrzeuge, und niemand kümmert es. Jetzt abzuschleppen ist künstlich erzeugter Ärger.“

Doch auch Terges und das Organisationsteam stehen in der Kritik. Unmittelbare Anwohner, allen voran Matthias Schieben, beklagen sich massiv über Weinfestbesucher, die in Vorgärten und auf angrenzenden Grundstücken ihre Notdurft verrichtet haben. Auch privat aufgestellte Absperrgitter hätten nur bedingt geholfen und seien in der Nacht aus der Befestigung gehoben worden. Grund seien zu wenig Toiletten auf dem Fest.

Dieses Problem beschäftigt die Organisatoren intensiv. „Wir haben Verständnis für Anwohner, wenn so etwas passiert und auch, wenn zu viel Dreck gemacht wird. Im kommenden Jahr werden wir die Zahl der Toiletten verdoppeln“, verspricht Peter Terges. „Wir hatten neben dem Toilettenwagen an der Festwiese eine Behindertentoilette und drei Dixi-Klos aufgestellt. Gerne hätte ich noch einen Wagen aufgestellt. Aber dafür benötige ich einen Stellplatz mit Kanalanschluss. Und dagegen haben sich die Anwohner gewehrt.“ Schon in diesem Jahr sei es nervenaufreibend gewesen, die Standorte für die Dixis zu finden. 

Forderungen, der Winzerverein möge sich an den Kosten für das Aufstellen der Gitter beteiligen, lehnt Terges ab. „Das wäre eine uferlose Geschichte, die sich der Verein nicht leisten kann. Es wäre schon viel geholfen, wenn die Stadt ihre Kehrmaschine fahren lassen würde. Den Dreck müssen wir an jedem Morgen wegkehren.“

Draht gegen pinkelnde Weinfestbesucher gab es reichlich. Manche Anwohner schmückten die Gitter. Foto: Rainer Neubert

Der Termin für das nächste Weinfest Trier-Olewig steht bereits fest: 31. Juli bis 3. August 2020.