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Köwerich feiert sein "Royales Gehäjschnis"

Köwerich feiert sein "Royales Gehäjschnis"

Der zweite Köwericher Weinfrühling begeisterte seine Gäste bei Kaiserwetter. Höhepunkt war die Krönung der Weinkönigin.

Köwerich (red) Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr hat der 350-Seelen-Ort Köwerich es erneut geschafft, eine begeisternde Fortsetzung des Weinfests auf die Beine zu stellen.
Den Anfang machte Joe Casel, der das Jugendheim mit Rock und Popmusik der vergangenen 50 Jahre zum Brodeln brachte.
Am Samstag folgten dann weit über 100 Gäste dem Festzug zur Abholung der noch amtierenden Weinkönigin Lena I. mit ihrer Prinzessin Christina. Begleitet von der Winzerkapelle Harmonie Leiwen wurde anschließend die neue Weinkönigin Anja mit ihren Prinzessinnen Sarah und Marie standesgemäß mit Kutsche und Reiter eskorte zum Festzelt geleitet.
"Der Köwericher Weinfrühling symbolisiert einen neuen Zeitgeist des Zusammenwachsens der Dorfgemeinschaft", freute sich Ortsbürgermeister Elmar Schlöder bei seiner Begrüßungsrede. Dafür spreche auch, dass sich viele neue Dorfbewohner beim Fest engagierten.
Die große Vergleichsweinprobe unter dem Motto "Mosel trifft Südtirol - Wein kennt keine Grenzen" wurde von Moselweinkönigin Lisa Schmitt und der Präsidentin der Sommeliervereinigung Südtirols Christine Mayr-Thöni äußerst kompetent und charmant moderiert. Die Köwericher Jungwinzer hatten sich auch in diesem Jahr wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Via Skype (Bildtelefonie) warben vier hübsche Fachkolleginnen aus Südtirol Köwericher Junggesellen an, sie in ihrer Heimat bei der Arbeit zu unterstützen. Humorvoll und schlagfertig stellten diese sich den Fragen wie etwa "Warum möchtest du zu uns in die Berge nach Südtirol?" mit: "Ich gehe gern steil". Oder "Was trinkst du am liebsten?" - "Viel!".
Unter dem Jubel der 500 Besucher im voll besetzten Festzelt wurde die neue Köwericher Weinhoheit Anja I. von Moselweinkönigin Lisa Schmitt gekrönt. Ihr zur Seite stehen die Prinzessinnen Sarah (Nulkes) und Marie (Jostock). Als Winzerstochter aus dem Weingut Krämer setzt Anja die Familientradition fort, war doch Mutter Maria bereits vor 41 Jahren Ortsweinkönigin in Trittenheim. Anjas Bruder Thomas Krämer kreierte für sie den Königinnenwein "Royales Gehäjschnis". "Mit diesem Wein in unseren Gläsern soll der Tisch zwischen den Gästen zu einer Plattform der Gemeinschaft werden und uns mit Freundschaft, Nachsicht und Sympathie für unseren Nachbarn erfüllen", stellte sie ihren Wein vor. "Ein runder, charmanter Wein - eben ein Gehäjschnis!" (Moselfränkisch für Wohltat, positives Lebensgefühl).
Voller Stolz strahlten Ortsbürgermeister Elmar Schlöder und VG-Bürgermeisterin Christiane Horsch, selbst ernannte Mutter aller VG-Weinhoheiten, um die Wette. Anja I. bedankte sich bei Lena I. und versprach: "Ich werde die Krone in Würde tragen." Neben dem Wein floss der Schweiß in Strömen angesichts der hochsommerlichen Temperaturen. Doch dies verhinderte nicht, dass im Anschluss an die Weinprobe die Bühne gestürmt und das Tanzbein geschwungen wurde. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Musik. Viele Vereine aus den Nachbarorten Leiwen, Klüsserath und Ensch gestalteten mit Gesangs-, Tanz- und Blasmusikeinlagen das Programm, ehe das Fest bei Livemusik seinen Abschluss fand.