kolumne Christiane macht Mittag – Liebling Trier/Rindertanzstraße Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Restaurant-Check : Christiane macht Mittag – Heute im Liebling Trier in der Rindertanzstraße

Im dritten Teil der neuen TV-Gastro-Kolumne isst TV-Redakteurin Christiane Wolff im Liebling Trier ziemlich viele ziemlich leckere Hülsenfrüchte und freut sich über das Konzept des besonderen Ladens.

Bei Liebling Trier denkt man ja automatisch an Liebling Kreuzberg – und damit an Berlin. Ob die überwiegend jungen Gäste in dem Bistro in der Rindertanzstraße 15 noch was mit der Anwalt-Serie aus den 1980/90ern anfangen können? Mit Berlin aber ganz bestimmt. Denn nirgends wirkt Trier zurzeit wohl großstädtischer als hier. Es herrscht eine große allgemeine Lässigkeit. Der riesige Raum ist kaum dekoriert oder gar ausstaffiert. Nichts wirkt bemüht. Tische und Stühle sind schlicht. Und selbst die Chippendale-Wohnzimmersitzgruppen – ansonsten Ikonen der Geziertheit – nehmen sich in dem schlichten Umfeld nicht als was Besonderes heraus.

Aber das ist ja keine Stil-, sondern eine Gastrokolumne. Kommen wir also zum Wesentlichen, das im Liebling Trier allerdings mit dem Äußeren korrespondiert. Denn auch mein Tagesgericht, eine vegetarische Bowl, kommt sehr reduziert daher: Die schwarzen Beluga-Linsen haben Biss und werden pur und lauwarm serviert. Auch die Kichererbsen sind so, wie die Natur sie geschaffen hat – nur halt gekocht. Der intensive Geschmack, den Linsen und Kichererbsen von sich aus mit sich bringen, bleibt damit unverfälscht. Und auch die zarten, kleinen angerösteten Rosenkohlröschen schmecken nach dem, was sie sind. Dazu gibt es viel fluffiges Hummus und eine leicht bittere Rote-Bete-Saucencreme. Walnüsse sorgen für Crunch.

Neben den wechselnden Mittagsgerichten (ab 6,90 Euro) – darunter auch eine Suppe (4,90 Euro) – die täglich bis 16.30 Uhr serviert werden, stehen auf der Karte weitere Bowls und Salate (bis 12,40 Euro). Alles vegetarisch oder vegan. Und alle mit zusätzlichen Toppings, von Obst über Hanfsamen, schwarzem Kümmel bis zu Cashew-Kernen.

Ich trinke zu meiner Bowl eine Apfel-Rosmarin-Biolimonade. Auf der Karte stehen aber auch hippe Gins aus kleinen Destillerien und feinste Weine aus der Region, etwa von van Volxem und Nic Weis.

Das Liebling Trier gehört übrigens zum Unverpackt Laden in der Simeonstraße, von wo die Lebensmittel für das Restaurant stammen und von wo aus man auch direkt zum Bistro durchgehen kann. Der Unverpackt Laden verkauft alles ohne Plastik drumherum, also lose oder in Papier gewickelt. Der Umwelt- – oder genaugenommen eher Menschenschutz geht aber noch weiter: „Was nicht mehr ganz so schön für den Verkauf ist, verarbeiten wir in der Restaurantküche – damit nichts weggeworfen wird“, erklärt mir eine Kellnerin. Eine tolles Konzept, finde ich.

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