Kolumne Christiane macht Mittag - Weihnachtsmarkt-Special

Gastro-Check : Christiane macht Mittag – Das Weihnachtsmarkt-Special!

Wer in der Trierer Innenstadt arbeitet, kommt im Advent wohl kaum drumherum, die ein oder andere Mittagspause auf dem Weihnachtsmarkt zu verbringen. Neben viel Allerlei findet man an den Ständen durchaus auch Leckeres. Hier das Weihnachtsmarkt-Special unserer wöchentlichen Mittagskolumne:

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – er isst, was er kennt und was ihm vertraut ist. Eine Rolle spielt dabei wohl auch ein gewisses Sicherheitsbedürfnis. Evolutionstechnisch mag das sinnvoll gewesen sein: Wenn ich von diesen Beeren beim letzten Mal nicht gestorben bin, kann ich sie mir diesmal ruhig wieder in mein Brennnessel-Nuss-Müsli rühren, hat sich vielleicht so mancher Sammler in der Altsteinzeit gedacht. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht, heißt es heute noch da, wo ich herkomme.

Vielleicht erklärt die Sehnsucht nach Bekanntem ja auch das Trierer Weihnachtsmarkt-Phänomen: Seit ich vor 25 Jahren hierher gezogen bin, stehen die Leute Jahr für Jahr Schlange für fettige Reibekuchen mit Apfelmus – für die, nach meinem Geschmack zumindest, das steinzeitliche Sicherheitsbedürfnis schon sehr ausgeprägt sein muss. Rund um die Reibekuchen gibt’s die unvermeidlichen weiteren Weihnachtsmarkt-Klassiker: Bratwürste, Champignons in weißer Soße, Dampfnudeln und Bratkartoffeln.

In diesem Jahr ist allerdings auch was Neues im Angebot: Vis-à-vis von McDonald’s am Hauptmarkt backt eine Familie aus Wittlich Baumstriezel – mit ziemlich viel Aufwand: Der Hefeteig wird vor Ort geknetet und anschließend von einer kleinen Ausrollschneidemaschine zu langen Würsten verarbeitet, die per Hand auf eine Walze gewickelt werden. Die Teigwalze wird mit Fett und Zucker bestrichen und dreht sich dann in einem Spezialofen um sich selbst, so dass alles schön karamellisiert. Zum Schluss wird die Teigrolle – ganz klassisch – in Zimt und Zucker gewälzt oder in allerlei anderem süßen Streugut oder in Nüssen. Die Baumstriezel sind heiß, außen knusprig und innen weich, die leichte Säure des Hefeteigs harmoniert wunderbar mit dem süßen Drumherum. Der Striezel aus immerhin rund 120 Gramm Teig kostet 5 Euro.

Neu auf dem Trierer Weihnachtsmarkt sind in diesem Jahr Baumstriezel: frische Hefegebäckrollen, gewälzt in Zucker und Zimt, anderem Zuckerstreu oder Nüssen. Foto: Christiane Wolff

Meine Empfehlung Nummer zwei in diesem Weihnachtsmarkt-Special: Dünnle – badische Flammkuchen aus kräftigem Sauerteig mit 25 Prozent Roggenmehl, 25 Prozent Vollkornweizenmehl und 50 Prozent Weizen 1050. Obendrauf kommen Schmand und unterschiedliche Beläge. Mein Favorit: vorgegarte und dadurch weiche und süße Gemüsezwiebeln mit salzigem Speck. Die Dünnle gibt’s aber auch mit Gemüse und Kartoffeln oder – neu in diesem Jahr – Kürbis.

Für alle, die’s herzhaft mögen: Dünnle heißen die leckeren Flammkuchen, die das Badische Backhaus vorm Dom verkauft. Foto: Christiane Wolff

Das Badische Backhaus steht übrigens auch schon seit rund einem Dutzend Jahren alljährlich vor dem Dom und dampft aus allen Öffnungen. In den urigen Holzöfen werden nämlich nicht nur die leckeren Flammkuchen gebacken (die mittlerweile auch fünf Euro kosten), sondern auch so genannte Seelen, hausgemachte knusprige Brotstangen mit Kümmel und Salz (zwei Euro), dunkles Sauerteigbrot und mittlerweile auch süßes Hefegebäck.

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