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Kolumne Glaube im Alltag: Shut Down

Glaube im Alltag : Shut Down

Alles ist runtergefahren, alles ruht, kein Leben auf der Straße. Und niemand, der uns sagen könnte, wann diese Zeit wieder vorbei ist. Ungewissheit. Und schon nach einer Woche sehnen wir uns – nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen – nach einer Exit-Strategie, nach einem Weg, der uns aus dieser Lethargie wieder herausfinden lässt.

Weil wir überzeugt sind, dass es irgendwann wieder weitergehen muss, dass das Leben wieder aufblühen wird, dass die Menschen wieder lebendig werden, feiern, tanzen und sich in den Arm nehmen können, dass die Wirtschaft wieder anläuft, die Schulen sich wieder füllen, die Leute wieder einer Arbeit nachgehen und alle, die mit der Bewältigung der Krise zu tun haben, wieder aufatmen können.

Vielleicht ist die Welt – sind wir – dann anders: weil wir andere Prioritäten setzen werden, bewusster mit unserem Leben und unserer Umwelt umgehen, unsere Freiheit mehr zu schätzen wissen und uns eine hohe Meinung gegenüber den Berufen bewahren, die uns gerade jetzt überlebenswichtige Dienste leisten; weil wir bewusster die Begegnung mit unseren Mitmenschen suchen und bewusster wahrnehmen, was wir aneinander haben.

Aber noch ist der Karfreitag nicht vorbei, und der Karsamstag kann lange dauern. Noch bleibt uns nichts, als die vor uns liegenden Kartage, wie viele es auch immer werden mögen, gemeinsam auszuhalten und durchzustehen. Doch übersehen wir nicht den Palmzweig, der uns ahnen und hoffen lässt, dass Ostern kommen wird, die Welt aufersteht und alles gut wird.