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Kolumne - Schritt für Schritt

Glaube im Alltag : Schritt für Schritt

Auch wenn die Regierung nach und nach die Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus lockert, erregt diese Krise meinen Unmut, wenn ich auf die vielen abgesagten Veranstaltungen schaue.

In Gedanken bin ich bei dem Ehepaar, dessen Dankmesse zum 50. Ehejubiläum nur mit einigen Gästen gefeiert werden darf. Auch die Pläne junger Brautleute, die sich im Kreis ihrer Familie und Freunde das Jawort geben wollten, wurden zunichte gemacht, sowohl der traditionelle Polterabend wie auch die große Hochzeitsfeier.

Ich will nicht wissen, wie viele Diskussionen, Tränen und Nerven diese Entscheidung gekostet hat. Ich denke an eine Bekannte, die heute 50 Jahre alt wird und anders als ursprünglich geplant feiern muss. Allmählich vermisse ich die spontanen Begegnungen, die menschliche Nähe und die fröhlichen Festivitäten, und ich muss aufpassen, dass ich mich vor depressiven Stimmungen hüte.

In den Ortschaften Grimburg, Prosterath und Züsch wollten die Menschen an diesem Wochenende den Schutzpatron ihrer Kirche, die alljährliche Kirmes, feiern. Schöne gesellige Veranstaltungen bei sommerlichen Temperaturen, alles abgesagt.

In einigen Orten konnten wir unter Beachtung der Schutzmaßnahmen einen Gottesdienst unter freiem Himmel anbieten. In Gusenburg war für dieses Wochenende die Feier zum 90-jährigen Bestehen der Kirche „Erscheinung des Herrn“ vorgesehen. Das Fest und die feierliche Prozession durch den Ort wurden abgesagt.

Aber bei all unserem Klagen, guter Gott, wollen wir nicht vergessen zu danken! Du bist uns nahe und stehst uns bei. Führe uns sicher durch diese Zeit, schenke uns Geduld und die Einsicht, dass alle Vorkehrungen zu unserem Schutz getroffen wurden.

Hilf uns das zu tun, was nötig ist, und was nicht in unserer Macht steht, das legen wir vertrauensvoll in deine Hände. Schenk uns deinen Segen, guter Gott!

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent,

St. Franziskus Hermeskeil