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Kolumne Trierisch balaawern: Dank an Luxemburg

Kolumne Trierisch balaawern : Dank an Luxemburg

Unsere Trierer Mundart, die wir Trierer Platt nennen, gehört zur Sprachfamilie des Moselfränkischen. Moselfränkisch, der Name legt es nahe, ist die Mundart, die an der Mosel zu Hause ist.

Aber nur auf das Moseltal ist die Moselfränkische Mundart keineswegs beschränkt, denn sie wird auch in ausgedehnten Gebieten, die rechts und links an die Mosel grenzen, in vielen regionalen Färbungen gesprochen; sogar am Rhein ein Stück rheinauf und rheinab von Koblenz, selbst im vorderen Westerwald.

Das moselfränkische Sprachgebiet reicht im Norden ungefähr bis Montaubaur und Siegen. Die Grenze verläuft dann durch die Eifel, vom Maifeld über Schönecken bis Sankt Vith in Ostbelgien. In ganz Luxemburg wird Moselfränkisch gesprochen. Im Westen gehört das Lothringische dazu, das noch in Arlon und Thionville (Diedenhofen) lebt. Im Saarland verläuft die Grenze etwa bei Völklingen und im Hunsrück über die Höhen des Idar- und des Soonwaldes.

Aber Moselfränkisch wird immer weniger gesprochen. Es ist abzusehen, dass dieses Kulturgut in einiger Zeit für immer verloren gehen wird. Das ist eine realistische Vorhersage. Jammern hilft da wenig. Eines Tages wird es das Moselfränkische nicht mehr geben. Es wird in gar nicht einmal so ferner Zeit zu den ausgestorbenen Sprachen zählen.

Oder doch nicht? Wer wird das Moselfränkische retten? Luxemburg! Luxemburg hat sein moselfränkisches „Luxemburger Platt“ zur Nationalsprache gemacht und sie als „Luxemburgisch“ als eine der Europäischen Sprachen etabliert. Dazu zählen eine genormte Rechtschreibung und eine offizielle Grammatik.

Die Verbreitung des Luxemburgischen nimmt, auch aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Landes, ständig zu. Von einem Rückgang kann in unserem Nachbarland überhaupt keine Rede sein. Luxemburgisch wird zum Renner! Es wird systematisch in den Schulen gelehrt und für ausländische Arbeitnehmer werden Sprachkurse angeboten. Die Verbreitung des „Luxemburgischen“ wird als wichtige kulturelle Aufgabe angesehen.

Wie schreibt mir mein Sprachfreund Josef Hoffmann aus Wasserbillig: „Et ass immens wichteg fir d´Verbreedung vun eiser Sprooch, dat mir eng offiziell Schreiwweis hun. Et ass baal nët ze gleewen, dat d´Jugend hier SMS an Twitter oder Facebook op Lëtzebuerger Platt schreiwen. Et ass bal verpönt op Däitsch oder Franzéisch ze schreiwen.“

Danke, liebe Luxemburger Nachbarn!

                            Horst Schmitt

Weitere Kolumnen finden Sie im Buch „Platt ist nicht platt“ von Horst Schmitt, Verlag Michael Weyand, 14,95 Euro, erhältlich auch im Internet unter der Adresse www.volksfreund-shop.de