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Kolumne Viez Jupp: Einfach mal im Kompost wühlen

Viez-Jupp : Einfach mal im Kompost wühlen!

Wenn meine Bärbel mich bittet, Handwerkliches in Haus und Garten zu erledigen, dann mache ich das selbstverständlich! Nur nicht sofort. Dass sie mich trotzdem alles halbe Jahr daran erinnert, nervt ungemein.

Irgendwann kommt schon der Moment, an dem Zeit, Lust und Motivation zusammenfallen UND kein Sport im Fernsehen läuft. Diese Woche war es soweit – und so hat das Zuhausebleiben wegen der Corona-Krise auch sein Gutes.

Wenn ich Blicke in die Nachbarsgärten werfe, geht es dort ähnlich zu. Überall wird geräumt, gewerkelt, gepflanzt, gestrichen. Das mag mehrere Gründe haben. Wer draußen arbeitet, geht sich drinnen nicht so schnell auf den Wecker, zum Beispiel. Dazu kommt – Wissenschaftler haben es herausgefunden und jeder passionierte Gärtner kann es bestätigen –, dass in der Gartenerde Mikoorganismen leben, die wie Antidepressiva wirken: Die winzigen Bakterien machen glücklich und reduzieren Stress. Anstecken erwünscht, gilt in diesem Fall also ausnahmsweise.

Ich bin mir jedenfalls sicher: In Vor- und Gemüsegärten, Hochbeeten und Blumenrabatten, auf Balkonen und Terrassen wird es in Trier stadtauf stadtab in diesem Frühling und Sommer grünen und blühen wie kaum je zuvor. Moment – meine Bärbel ruft grad rein: „Hör auf zu schwadronieren, wasch’ die Gartenstühle ab! Morgen will ich grillen, ganz romantisch nur wir zwei!“ Sorry, liebe Leser, ich muss weg! Und falls Ihnen am Wochenende die Decke auf den Kopf fällt: Trotzdem zu Hause bleiben und vielleicht einfach mal im Kompost wühlen, das hilft – rät: Ihr Viezjupp!