Kolumne Viez-Jupp: Vegan und ganz modern in Trier

Kolumne Viez-Jupp : Vegan und ganz modern

Da trinkt man jahrelang Viez und weiß gar nicht, wie modern man ist. Auf den Etiketten unlängst erworbener Viezflaschen prangt der Hinweis, dass Getränk sei vegan.

Da habe ich mich erst umgeschaut, ob keiner meiner Nachbarn in der Nähe ist. Denn die stehen nicht so auf neumodischen Kram wie vegan, ökologisch oder nachhaltig.

Meiner Angetrauten habe ich hingegen sofort die Flasche gezeigt. Denn wenn etwas vegan ist, dann muss es gesund sein. Und dann kann man gar nicht genug davon bekommen. Hätte ich das nur gelassen. Denn meine Frau hat einen draufgesetzt und mir ultramodernen Viez besorgt. Von meinem Freund Ernst, der immer für kulinarische Extravaganzen gut ist. Und ohne Alkohol. Das war natürlich ein Schock. Denn ohne Promille geht es nicht. Habe ich gedacht. Doch meine Frau ist anderer Meinung. Was bei Wein, Sekt und Bier gut ist, kann beim Viez nicht schlecht sein. Hat sie gesagt. Und ich muss nun dran glauben.

Viez-Jupp wäre nicht Viez-Jupp, wenn guter Rat zu teuer wäre. Den Alkoholfreien habe ich in den Topf der Zimmerpflanze geschüttet. Die lässt im Gegensatz zu mir den Kopf hängen. Denn die abstinenten Etiketten prangen nun auf Flaschen mit handelsüblichem Viez. Woher der stammt? Von Ernst. Denn der alte Viezbruder trinkt zu Hause ebenfalls offiziell vegan-alkoholfrei. Und bei ihm sieht es auch nicht gut für die Zimmerpflanzen aus, da er in seinem Keller die traditionell wirkende Version gebunkert hat und ultramodern auf Mehrweg bei der Viezflasche setzt.

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