Kommentar: Gute Argumente

Einkaufspassagen zählen zu Triers Top-Reizthemen. Denn diejenigen, die gebaut wurden, entsprechen nicht den hehren Modellen, mit denen Investoren und Stadtväter sie einst schmackhaft machten. Kein Wunder also, wenn viele Trierer das geplante Neubau-Projekt zwischen Fleisch- und Zuckerbergstraße mit Skepsis sehen und manche nun sogar noch Schlimmeres befürchten: eine hässliche Billig-Klitsche nämlich, die sowohl dem Stadtbild als auch dem krisengebeutelten Einzelhandel schadet.

Doch sollte man bei der so genannten Paulinus-Passage nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Die Vorstellungen des Berliner Investors Trigon, der in der Bundeshauptstadt gerade das 450 Millionen Euro schwere Beisheim-Center am Potsdamer Platz realisiert, wirken solide und seriös. Das Düsseldorfer Städtebau-Büro RKW, das für die Planung verantwortlich zeichnet, kann nebst großem Renommee eine Reihe funktionierender und ansehnlicher Shopping-Center-Beispiele aufweisen wie den Erfurter Thüringen-Park oder die Gera-Arcaden. Für das Trierer Projekt sprechen noch weitere Argumente. So muss nicht erst ein historischer Bau wie die altehrwürdige Treviris weichen, sondern die seit geraumer Zeit leer stehende Ruinen von City-Parkhaus und Paulinus-Druckerei. Die regionale Bauwirtschaft buhlt bereits jetzt um ihren Anteil am 63 Millionen Euro-Investitionskuchen. Einzelhandels-Experten und die Kammern begrüßen die Paulinus-Passage ausdrücklich. Und Baudezernent Peter Dietze forciert die öffentliche Diskussion und Meinungsbildung und lässt erst gar nicht den Eindruck entstehen, hinter den Kulissen würde gekungelt. r.morgen@volksfreund.de