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Kommentar Landtagswahl 2021 WK 24 Trier-Schweich

Meinung : Doppelbelastung als Herausforderung

Auch Dirk Bootz hatte sich Chancen auf das Direktmandat ausgerechnet. Dass diese enttäuscht worden sind, geht ein stückweit mit Ingeborg Sahler-Fesel  nach Hause.  Sie hätte zur Mitte der Legislaturperiode das Mandat zugunsten ihres damaligen B-Kandidaten Bootz aufgeben können, ohne dass dies irgendjemand der Sozialdemokratin zum Vorwurf gemacht hätte.

Bootz hingegen hätte die Gelegenheit gehabt, sich und seine Positionen bekanntzumachen. Gut möglich, dass dies und der Malu-Dreyer-Bonus ihm das Direktmandat beschert hätten.

  Nun also ist Lars Rieger neues Landtagsmitglied. Und der hat sich viel vorgenommen. Er will neben seinem neuen Landtagsmandat auch seinen alten Posten als Schweicher Stadtbürgermeister behalten. Dieses Amt und der damit einhergehende Bekanntheitsgrad haben sicher dazu beigetragen, dass er die Nachfolge seines Parteifreunds Arnold Schmitt in Mainz antreten kann.

Rieger ist für einen vergleichsweise herausfordernden Wahlkreis zuständig. Er umfasst Gemeinden in der Eifel, an Mosel und Ruwer sowie im Hochwald. Hinzu kommen Trierer Stadtteile. Und in denen haben es Kandidaten aus dem Landkreis per se schwer. Das zu ändern, wird eine wichtige Aufgabe für Rieger werden. Noch wichtiger wird es für den Schweicher werden, sich als Neuling in Mainz zurechtzufinden und sich zu profilieren. Das ist eine Herkulesaufgabe, die all seine Kraft kosten wird. Wie Lars Rieger daneben noch als Stadtbürgermeister Schweich nach vorne bringen kann, bleibt abzuwarten. Denn das Amt ist zeitintensiv. So zeitintensiv, dass Rieger und auch sein Vorgänger Otmar Rößler zu 50 Prozent von ihrer eigentlichen Jobs freigestellt waren. Es ist deshalb wohl nur eine Frage der Zeit, bis in Schweich ein neuer Stadtbürgermeister gesucht wird.

h.jansen@volksfreund.de