1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Kommentar zu Denkmalschutz in Trier: Manchmal muss Streit sein

Kommentar : Manchmal muss Streit sein

Denkmalpflege und Stadtplanung bewegen sich in einer Stadt wie Trier naturgemäß in einem großen Spannungsfeld. Beides ist wichtig. Wie groß die Kompromisse sein dürfen, die auf der Suche nach einer gemeinsamen Lösung notwendig sind, wird je nach Standpunkt sicher unterschiedlich bewertet.

In jedem Fall ist klar, dass auch die Planungs- und Bauabteilungen einer Verwaltung für ihre Standpunkte streiten müssen. Gerade in der derzeitigen Situation, in der dringend bezahlbarer Wohnraum gebaut werden muss.  

So sollte bei der zukünftigen Verwendung der alten Stadtgärtnerei noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Rund 140 Wohnungen könnten hier entstehen. Vermutlich werden es nicht so viele. Aber mit etwas Beharrlichkeit und guten Konzepten lässt sich dort sicher noch etwas machen. Mit Sicherheit hilft in diesem Fall die Quote von 33 Prozent sozialem Wohnungsbau in neuen Baugebieten. Die gilt auch für Investoren, die am liebsten für das teure Preissegment bauen.

Ein Verlustgeschäft könnte der Umzug des Stadtgrün-Amtes angesichts des von der Landesfachbehörde verordneten Denkmalschutzes für den alten Standort eh werden. Denn für die Miete am Grüneberg muss die Stadt langfristig Miete an die SWT zahlen. Dass der einst einkalkulierte Verkaufserlös für das Grundstück neben dem Hauptfriedhof aber noch erzielt werden kann, ist kaum denkbar.

r.neubert@volksfreund.de