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Kommentar zu Römer-Express: Stadtwerke Trier versus von Kowalkowski

Kommentar : Zugige Zuckelbahn ist hoffentlich Geschichte

Plötzlich und unerwartet kam es, das Ende des Zoffs um den Römer-Express. Und es vollzieht sich erstaunlich geräuscharm.

Der alte und nun auch weiterhin unangefochtene Touri-Bahn-Betreiber Georg von Kowalkowski ist für Nachfragen nicht erreichbar. Die Stadtwerke, die ihm mit  ihrem Klage-Rückzieher den Weg bis 2028 frei gemacht haben, belassen es bei einer dürren Erklärung. Butterweich, bis auf den letzten Satz, in dem sie sich auf die Fahnen schreiben, „dass der Betreiber im Interesse der Bürger und Gäste unserer Stadt die Qualität seines Angebotes deutlich verbessern musste“. Auch wenn das verdächtig nach Verlierer in der Schmollecke klingt, ist es nicht von der Hand zu weisen. Der Römer-Express, wie er bis Ende 2019 fuhr, war zum Schluss alles andere als ein Ruhmesblatt für Deutschlands älteste Stadt. Dringend innovationsbedürftige, zugige Zuckelbahnen, die in 35-Minuten-Touren mit leiernden und oft schlecht getimten Ansagen vom Band Triers Sehenswürdigkeiten abklapperten; dazu Diesel­spuren am Start- und Zielpunkt vor der Porta Nigra.

Das alles ist jetzt hoffentlich ebenso  Geschichte wie das Betriebsgenehmigungsverfahren beim Landesbetrieb Mobilität, in dem es vorwiegend um Formalien aber offenbar nie darum ging, welcher der beiden Bewerber das bessere Konzept mit einer zeitgemäßen Ausstattung anbietet.

r.morgen@volksfreund.de