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Kommentar zu Schulbauprojekten in Trier: Viel Applaus und einige Bauchschmerzen

Kommentar : Viel Applaus und einige Bauchschmerzen

Vor der Sommerpause hat der Trierer Stadtrat wichtige Schulbauprojekte auf den Weg gebracht. Gut so, meint TV-Chefreporter Rainer Neubert, auch wenn bei einem Projekt Bauchschmerzen bleiben.

Die Aufsichtsbehörde hat im Juni den Haushaltsplan der Stadt Trier genehmigt. Um das große Programm für das Jahr 2021 noch einigermaßen abarbeiten zu können, ist jetzt Eile geboten. So musste der Stadtrat nun eine ganze Reihe von Projekten auf den Weg bringen, die in den vergangenen Jahren von vielen Diskussionen und auch Ärger begleitet wurden.

Besonders bei der Sanierung der maroden und seit Jahren verfallenden Egbert-Grundschule gehen noch immer die Meinungen auseinander. Mehr als fünf Millionen Euro, davon zwei Millionen  Euro aus Eigenmitteln, muss die Stadt in ein Schulprojekt investieren, das trotz aller Anstrengungen aus pädagogischer Sicht ein schlechter Kompromiss sein wird. Eine parlamentarische Demokratie muss so etwas aushalten. Das stimmt. Aber zumindest wird diese unendliche Geschichte nun absehbar ein Ende haben.

Auch die Erweiterung der Grundschule Tarforst hat für alle einen Beigeschmack, die 15 Jahre zurückblicken. Damals hatte die obere Schulbehörde die Augen vor der schnellen Bebauung des Tarforster Plateaus verschlossen und verfügt, dass die Schule nur zweizügig gebaut werden darf. Das war kurzsichtig, denn nun muss sie zum zweiten Mal erweitert werden, um bei inzwischen zuerkannter Dreizügigkeit genügend Räume für zwölf Klassen bieten zu können. Und auch damit reicht das Platzangebot nur, wenn die Schulbezirksgrenzen geändert werden.

Zu den Irrungen und Wirrungen um die Wolfsberghalle ließe sich auch viel sagen. Jetzt endlich ist dieses Kapitel der Planungskapriolen hoffentlich abgeschlossen. Schüler und Vereine werden dankbar sein, wenn eine der größten Hallen in Trier endlich wieder genutzt werden kann.

Wie geräuschlos war im Vergleich zu all dem doch die Planungsphase für die Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums! Der Anbau bietet die Chance, auch im Altbau viel zu tun, um die Klimabilanz der Stadt Trier zu verbessern. Und ja, auch für den Tufa-Anbau hat der Stadtrat den Baubeschluss gefasst. 6,4 Millionen Euro wird der nach bisherigen Schätzungen kosten. Die Hälfte davon soll das Land beisteuern. Möge das angesichts des riesigen Bau- und Finanzierungsprogramms der klammen Stadt gelingen.

r.neubert@volksfreund.de