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Kommentar zum neuen Logo der Stadt Trier

Kommentar : Pro neues Logo für Trier: Ein überfälliger Schritt

Was war das für ein Geschrei, als das Rathaus im Oktober 1995 ihr neues Logo vorstellte. Manche Leserbrief-Scheiber empörten sich über die „McDonald’s-Porta“, andere prophezeiten angesichts der „schnodderigen Verhöhnung unseres ehrwürdigen Wahrzeichens“ eine nachhaltige Negativwirkung.

25 Jahre später finden alle das alte Logo dufte, nun wird an dem neuen gemäkelt. Das ist völlig okay und hat nicht nur mit Meinungsfreiheit, sondern auch mit Geschmack zu tun. Aber jede Wette: In spätestens zwei, drei Jahren ist der „Domfreihof-Effekt“ eingetreten. Zur Erinnerung: Die Umgestaltung des Platzes vor der Kathedrale führte vor ebenfalls rund 25 Jahren beinahe zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Aber schon bald trauerte niemand mehr den verloren gegangenen Parkplätzen und den gefällten alten (teils kranken) Platanen hinterher. Denn jetzt konnte der Domfreihof sich sehen lassen und wurde dem Gebäudeensemble drumherum endlich gerecht. So ähnlich verhält es sich mit dem neuen Trier-Logo. Das alte hatte sich überlebt, es musste etwas Frisches her,  mit dem die Marke Trier sich auf nationaler und internationaler Ebene wirkungsvoll präsentieren kann. Wäre ja schön, wenn andere Städte sagen würden: Wir orientieren uns an Triers 1995er Porta und üben ebenfalls optische Zurückhaltung. Den Gefallen tun sie uns aber nicht. Und deshalb ist es richtig, mit einer vollflächigen Darstellung des Wahrzeichens aufzuwarten. Das war fällig, ja überfällig.

r.morgen@volksfreund.de