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Kommentar zum Thema P+R in Trier: Kompromisse sind nicht erlaubt

Kommentar : Kompromisse sind nicht erlaubt

In Sachen Park+Ride hat Trier erheblichen Verbesserungsbedarf. Denn was heute zum Beispiel in Trier-Nord mit einem großen P+R-Schild angezeigt wird, verdient seinen Namen nicht. Zu weit entfernt und versteckt liegt die Bushaltestelle, die zudem keine attraktive Taktung bietet.

Der Messepark wird als kostenloser Parkplatz lediglich von Luxemburg-Pendlern genutzt, die dort am Morgen in Scharen in die Emile Weber-Busse umsteigen. Und wer in Sirzenich zu normalen Tageszeiten einen freien Parkplatz sucht, tut dies vergeblich, ganz unabhängig von der schlechten Busanbindung nach Trier.

Wer weniger Verkehr in der Innenstadt haben will, muss attraktive Angebote am Rand der Stadt bieten. Das belegt die Studie der Verkehrsplaner aus Darmstadt deutlich. Sie zeigt klar auf, wie der beste Start für ein wirkliches P+R-Angebot gelingen kann. Die Mehrheit des Stadtrats scheint den Bedingungen dafür zuzustimmen: konsequente Beschleunigung des Busverkehrs, auch wenn das auf den Straßen zulasten des Individualverkehrs geht. Deutlich kürzere Taktung des ÖPNV, der diese Plätze bedient. Auch eine Anhebung der Parkhausgebühren in der Innenstadt wird sich kaum vermeiden lassen, wenn die Nutzung des P+R-Angebots attraktiv sein soll. Für Diskussionen ist also reichlich Potenzial vorhanden, auch wenn die Reduzierung des Individualverkehrs für eine Stadt klares Ziel sein muss, die den Klimanotstand ausgerufen hat.

Aber was ist mit den Höhenstadtteilen? Leider muss das angesichts der dort nicht vorhandenen Parkplatz-Infrastruktur noch warten. In Luxemburg wären bei ähnlichen Problemlagen Projekte wie Parkdecks an der Uni oder am Filscher Kreisel längst in Planung. Trier kann sich das vorerst nicht leisten.

r.neubert@volksfreund.de