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Kommentar zur anstehenden Globus-Entscheidung im Trierer Stadtrat

Kommentar : Schluss mit Alibi-Debatten!

Wenn der Stadtrat heute über Globus entscheidet, findet hoffentlich auch die Legendenbildung um die Ansiedlung ihren Abschluss.

Schon der Ratsbeschluss vom April 2019, nach anderen, möglichst innenstadtnahen Standorten zu suchen, war realitätsfern. Jüngst träumten manche sogar von einem Globus-Markt als Nachfolger des schließenden Karstadt-Hauses mitten in der City. Eine utopische Vorstellung angesichts des Platzmangels und drohenden Verkehrschaos’ dort. Auch die Real-Standorte in Euren und Kenn gelten als denkbar ungeeignet zur Übernahme. Und der Schlachtruf „Erbeeren statt Globus“ lässt außer Acht, dass auf der bisherigen Landwirtschaftsfläche unabhängig von Globus ein Gewerbegebiet geplant ist.

Da passt es ins (schräge) Bild, dass die SPD als mögliches Zünglein an der Waage ihre Zustimmung allen Ernstes davon abhängig machen will, dass Globus sein innenstadtrelevantes Sortiment von geplanten 25 auf 10 Prozent reduziert. Auch wenn Lebensmittel den Schwerpunkt des Markts bilden: So krass lässt sich ein Grundkonzept nicht beschneiden – das wäre schlicht kein Globus mehr.

Die Richtungsentscheidung muss also lauten: Lässt Trier am Stadtrand einen bekannten Kundenmagneten zu, der natürlich Auswirkungen auf andere Märkte und Geschäfte haben wird, oder nicht? Wiegen Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und überörtliche Attraktivität die Befürchtungen auf? Hop oder top statt Ausweichen, Vertagen und immer neuen Alibis.

m.hormes@volksfreund.de