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Kommentar zur Einsetzung Straßennamenkommission

Meinung : Der Sache nicht dienlich

Das jahrelange Hickhack um die Umbenennung der Hindenburgstraße hat eindrücklich gezeigt: Straßennamen sind mehr als ein Hilfsmittel, damit der Briefträger die Post richtig zustellen kann. Sie vermitteln auch ein Stück Heimat und Gemeinschaft.

Leichtfertige Umbenennungen von Straßen darf es nicht geben. Doch sie dürfen auch kein Tabu sein. Denn gerade bei der Benennung von Straßen nach Menschen muss man die Rolle des Namensgebers auch im Licht neuer Erkenntnisse sehen.

Der Deutsche Kulturrat hat wohl auch deshalb eine Dokumentation über das Thema 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz die Überschrift gegeben „Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen.“ Diese Auseinandersetzung mit den Trierer Straßennamen soll eine Expertenkommission leisten. Die Mitglieder werden an der ein oder anderen Stelle viel Fingerspitzengefühl in der Abwägung benötigen. Zudem müssen die Entscheidungen nachvollziehbar und transparent sein.

Was das Thema Transparenz betrifft, hat die Stadt Trier einen klassischen Fehlstart hingelegt. Aus nahezu heiterem Himmel verkündete die Stadtverwaltung, dass Dezernent Markus Nöhl Mitglieder berufen und das Gremium bereits getagt hat. Das wirkt leider sehr wie eine Hinterzimmerveranstaltung.

Damit nicht genug: Man hätte das Thema Straßennamen mit Bezug zu kirchlichen Würdenträgern noch stärker betonen können. Zumal das Thema Bischof-Stein-Platz viele Gemüter bewegt. Hat man alles nicht gemacht, hat man sich sicher etwas dabei gedacht. Ist der Sache nicht dienlich. h.jansen@volksfreund.de