Kompakte Kirmes auf Familienkurs

Kompakte Kirmes auf Familienkurs

Mit weniger Stellfläche, aber stimmungsvoller Atmosphäre wollen die Macher der Peter-und-Paul-Messe Gäste auf den Platz an der Rindertanzstraße locken. Die Kirmes beginnt parallel zum Altstadtfest am 26. Juni und dauert bis 5. Juli.

Trier. 2008 ging die Ära der Peter-und-Paul-Messe auf dem Viehmarkt-Platz zu Ende. Der Standort sei zu abgelegen, hieß es beim bisherigen Organisator, dem Schausteller-Unternehmen Bruch. Die Bruchs zogen sich zurück, ermunterten aber Branchenkollegen zum Weitermachen (der TV berichtete).

Dazu gründeten die Stammbeschicker Werner Weeber, Thorsten Dierichs und Klaus Löw eine Arbeitsgemeinschaft (Arge). Aus dem begrenzten Platzangebot zwischen "Sieh um dich", Sichelstraße und Rindertanzstraße will das Trio das Beste machen. "Wir wollen den alten Charakter der Kirmes wiederbeleben", erklärt Löw. So sollen diesmal auch viele Händler ihre Marktstände aufbauen, was in den Vorjahren nicht üblich war.

Am Mittwoch, 1. Juli, ist Familientag mit ermäßigten Preisen an allen Schausteller-Geschäften. Die Kirmes ist schon vormittags und bis spätabends geöffnet. "Durch die Nähe zum Kern des Altstadtfests erhoffen wir uns entsprechenden Zulauf", sagt Werner Weeber.

Zu den Attraktionen gehören Autoscooter (auf dem Kurienplatz), Kinderkarussell, Berg-und-Tal-Bahn für Kinder, Pfeilwerfen, Schießen, Imbiss- und Waffelstände. Ein kleiner Biergarten in der Mitte und die urigen Laubbäume sollen zu einer stimmungsvollen Atmosphäre beitragen. "Die Stammbeschicker der vergangenen Jahrzehnte bleiben dabei, so weit es der Platz zulässt", sagt Thorsten Dierichs. Geplant ist ein kleines, aber feines und familienfreundliches Fest. Entsprechend legt die Arge Wert auf Sauberkeit und Ordnung. Ein Glaspfand soll Scherbenhaufen verhindern (siehe Extra). Für den Verkehr werden der Festplatz und die Zufahrten komplett gesperrt (Anlieger frei bis vor den Platz). Um den Verkehrsfluss nicht zu früh zu behindern, beginnt der Aufbau am Dienstag, 23. Juni, erst um 20 Uhr. Für Feuerwehr und Sanitäter werden die nötigen Rettungswege frei gehalten. "Darüber haben wir bei einem Rundgang mit den Verantwortlichen gesprochen. Die Sicherheitsauflagen setzen wir zu 100 Prozent um", verspricht Weeber. Auch mit Anliegern hat das Veranstalter-Trio das Gespräch gesucht, um unnötige Belastungen zu vermeiden. So soll sich die Lautstärke im vernünftigen Rahmen bewegen. Ein Vertreter der Arge soll immer als Ansprechpartner vor Ort sein.

Meinung

Eine Chance für die Messe

Sang- und klanglos hat sich die Messe Peter & Paul vom Standort Viehmarkt verabschiedet. Vor 15 Jahren galt das Ausweichen zur Rindertanzstraße als zwangsweise Notlösung während des Viehmarkt-Umbaus. Diesmal soll es eine Flucht nach vorne sein, um die Zukunft der Traditionsveranstaltung zu sichern. Zweifellos verändert die Kirmes dabei ihren Charakter. An große Fahrgeschäfte außer dem Autoscooter ist nicht mehr zu denken. "Kleiner ist schöner ist besser" lautete einst der selbstbewusste Werbeslogan für ein Automodell. Grund zur Euphorie gibt es im aktuellen Fall sicher noch nicht. Die Tatkraft und der Optimismus, mit denen die neuen Macher die Aufgabe anpacken, lassen aber hoffen. Gemütliche Atmosphäre, Familienfreundlichkeit und Sicherheit statt Krawall könnten als Argumente ziehen. Zumal die Nähe zur stark frequentierten Simeonstraße in der Fußgängerzone gerade auch unter der Woche viel Laufkundschaft bringen kann. Nach der peinlichen Absage und der ungewissen Zukunft des großen Volksfests im Messepark Trier kann die städtische Kirmes-Kultur ein frisches Erfolgserlebnis gut gebrauchen. m.hormes@volksfreund.deEXTRA Sicherheit: Während des Altstadtfests vom 26. bis 28. Juni kontrollieren Mitarbeiter eines Sicherheitsdiensts im Auftrag der Stadt alle Zugänge zur Partymeile. Verstärkung kommt von Ordnungsamt und Polizei. Zäune dienen dazu, breite Zugangsstraßen schmaler und besser kontrollierbar zu machen. Betrunkene werden gebeten, nach Hause zu gehen. Mitgebrachte Getränke aller Art - nicht nur Glasflaschen - sind verboten. "Wir machen keine Leibesvisitationen, sondern wollen vor allem im Vorfeld auf die Regeln hinweisen", erklärt Jürgen Backes von der Arbeitsgruppe der Verwaltung. Noch ist offen, ob ähnlich wie für Fetten Donnerstag eine Rechtsverordnung zum Verbot erlassen wird. (cus)

Mehr von Volksfreund