Kompetent und realistisch

So mancher Beobachter hat sicher ein anderes Votum des Architektur-Beirates in Sachen Stadionneubau erwartet. Zu verführerisch schien die Perspektive für Architekten und Stadtplaner, ein neues "Stadion-Viertel" in den Moselauen entstehen zu lassen, zu blass die Alternative einer "schlanken Lösung" im alten Stadion-Areal.

So mancher Beobachter hat sicher ein anderes Votum des Architektur-Beirates in Sachen Stadionneubau erwartet. Zu verführerisch schien die Perspektive für Architekten und Stadtplaner, ein neues "Stadion-Viertel" in den Moselauen entstehen zu lassen, zu blass die Alternative einer "schlanken Lösung" im alten Stadion-Areal. Aber das Experten-Quintett hat kompetent und realistisch diskutiert. Und das Ergebnis ist kein plattes "a oder b", sondern das Aufzeigen zweier durchdachter Entscheidungs-Alternativen. Was die praktischen Konsequenzen angeht, weisen die Empfehlungen allerdings in eine deutliche Richtung. Wenn Moselauen, dann nur als städtebauliches Großprojekt: Das ist eine klare Ansage. Die Stadt hat nicht die Ressourcen, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen, und die gesamte Entwicklungsplanung, auch für den Einzelhandel, ist auf das genaue Gegenteil eines "Stadionviertels" auf der grünen Wiese gerichtet. Dazu kommt, dass der bekanntermaßen kritische Beirat die Variante Alemannia-Platz städtebaulich und architektonisch für akzeptabel hält. Das wird den Kritikern manchen Wind aus den Segeln nehmen. Übrigens: Dass fünf angesehene Städtebau-Experten die "emotionale Bindung" und die "Geschichte eines Ortes" als wichtiges Argument beim Stadionbau einstufen, könnte denjenigen zu denken geben, die so tun, als sei Fußball irgendein beliebiges Vergnügen einer Minderheit. d.lintz@volksfreund.de