Konto-Knacker in Trier und Wittlich
Unbekannte haben in Trier und Wittlich Geldautomaten der Deutschen Bank manipuliert und mit kopierten EC-Karten und von einer Minikamera gefilmten Geheimnummern in England eine sechsstellige Summe abgehoben. Die Kripo geht von mehr als 170 Opfern in Wittlich und zwölf in Trier aus.
Trier. "Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist dieselbe Tätergruppe für die Manipulationen in Trier und Wittlich verantwortlich", meldete Polizeisprecherin Monika Peters gestern. Videoaufnahmen der Deutschen Bank in Wittlich zeigen zwei Männer, die am Wochenende vom 5. bis zum 7. März mehrmals in den Vorraum der Bankfiliale kamen. Sie brachten ein Gerät am Kartenleser des Automaten an, installierten eine Minikamera und überprüften ihre Manipulation mit Testkarten.
Erst gestern bestätigte der Pressesprecher der Deutschen Bank, Nico Reinhold, dass am selben Wochenende auf diese Weise auch der EC-Automat der Deutschen Bank in Trier manipuliert worden ist. Das Geldinstitut macht keine Angaben zur Zahl der Opfer oder der Höhe des Schadens. "Alle Opfer sind informiert, der entstandene Schaden wurde ersetzt", so Reinhold.
Polizeisprecherin Peters bestätigt zwölf Fälle in Trier. In Wittlich waren es deutlich mehr - in einer ersten und bisher nicht definitiv bestätigten Meldung schätzt die Kripo die Anzahl der Opfer auf 174 und die Höhe des Schadens auf 175 000 Euro. Sowohl die in Trier als auch die in Wittlich ausgespähten Daten seien für Abhebungen an Geldautomaten im Großraum London eingesetzt worden.
Nach der Auswertung des Videobands liefert die Polizei Wittlich folgende Täterbeschreibung: Die Gesuchten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Einer ist etwa 1,80 Meter groß und schlank, der andere 1,70 Meter groß. Sie waren dunkel gekleidet und mit Wollschirmmützen und Schals maskiert.
Die an den Geldautomaten angebrachten Geräte sehen manchmal so täuschend echt aus, dass noch nicht einmal Mitarbeiter des betroffenen Geldinstituts die Manipulation erkennen. Die Polizei rät, die Pin-Nummer bei der Eingabe so abzudecken, dass eine versteckte Kamera sie nicht filmen kann. Die Fälschers setzen auch sehr dünne Tastaturen ein, die auf das Eingabefeld montiert werden, um die Geheimnummer zu speichern.
Im April 2009 hatten Unbekannte zwei Geldautomaten der Postbank in der Trierer Innenstadt manipuliert und mit kopierten EC-Karten mehr als 90 000 Euro im Ausland abgehoben.