Kontroverse Debatte im Stadtrat erwartet
Schweich · Der Verbandsgemeinderat Schweich hatte sich in jüngster Sitzung für den Neubau einer Grundschule in Schweich entschieden (der TV berichtete). Am heutigen Donnerstag wird sich der Stadtrat mit der Schulfrage befassen. Die Diskussion könnte lebhaft werden, denn im Rat driften die Meinungen über den künftigen Schulstandort auseinander.
Schweich. Die marode Schule am Bodenländchen sanieren und erweitern, oder an anderer Stelle einen kompletten Neubau errichten? Für die Verbandsgemeinde (VG) Schweich als Schulträgerin und für ihre politischen Gremien steht die Entscheidung fest: Die Schule am Bodenländchen soll aufgegeben und durch einen Neubau an einem anderen Standort ersetzt werden. In seiner jüngsten Sitzung am 18. Oktober hatte sich der VG-Rat mit der Mehrheit von CDU und SPD und gegen die Stimmen der FWG für den Neubau entschieden. Neu ist diese Richtung des VG-Rates nicht: Schon seit einem Jahr denkt das Gremium über einen Standortwechsel nach. Grund: Die Bodenländchen-Schule hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht, und am alten, dicht umbauten Standort gibt es keine Erweiterungsmöglichkeiten. Im März für Erhalt gestimmt
Die Bitte der VG an die Stadt Schweich, ein geeignetes Grundstück für einen Neubau bereitzustellen, blieb jedoch ungehört. Im Gegenteil: Noch im März dieses Jahres sprachen sich alle Stadtratsfraktionen grundsätzlich für den Erhalt des alten Standorts am Bodenländchen aus. Statt eines Neubaus könnte das bestehende Schulgebäude von Grund auf saniert und auf die Räume der unmittelbar angrenzenden Meulenwald-Förderschule des Kreises ausgeweitet werden. Gefragt sei dazu der Kreis, der dann einen Standort für seine Förderschule finden müsse.Das Hauptargument der Ratsfraktionen war: Die wohngebietsnahe Innenstadtlage sei für die Grundschüler von Vorteil nach dem Motto "kurze Beine, kurze Wege". Zudem verfüge Schweich über keine eigenen Flächen. Die müssten teuer erworben werden - und erste Anfragen bei möglichen Grundstückseigentümern seien auf deutliche Widerstände gestoßen.Inzwischen haben sich aber im Stadtrat die Mehrheiten pro und kontra Bodenländchen-Standort geändert. Spätestens seit der jüngsten VG-Ratsentscheidung ist klar, dass auch die Stadtratsfraktionen von CDU und SPD mitziehen wollen. SPD kündigt Vorschlag an
Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Achim Schmitt auf Anfrage mitteilt, will seine Fraktion am heutigen Abend ein Grundstück im Gewerbegebiet Schlimmfuhren als möglichen Neubaustandort vorschlagen. Dem werde sich die CDU-Fraktion mehrheitlich anschließen, erklärt deren Sprecher Johannes Heinz. Außerdem gibt Heinz zu bedenken: "Die Entscheidung für den Neubau hat die VG als Trägerin längst getroffen. Da haben wir als Stadt überhaupt nicht mitzureden. Allerdings müssen wir nun ein geeignetes Grundstück finden."Offen ist in der heutigen Sitzung die Haltung der Stadtrats-FWG. Im Gespräch mit dem TV wiederholt Stadtbürgermeister Rößler (FWG) den bisherigen Standpunkt des Stadtrats und gibt zugleich zu bedenken, dass die Förderung eines Schulneubaus durch das Land keineswegs als gesichert gesehen werden dürfe. Rößlers Vorschlag: Unter der Moderation von Landrat Günther Schartz und der Kreisverwaltung nach Lösungen suchen mit dem Ziel, die Meulenwaldschule des Kreises zugunsten einer Grundschulerweiterung verlagern zu können.Die Stadtratssitzung mit Einwohnerfragestunde beginnt am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, im Saal des Alten Weinhauses.Meinung
Die Zeit läuft davonDie Situation für die Kinder und das Personal an der Bodenländchen-Grundschule wird immer prekärer. Ab dem kommenden Schuljahr muss die derzeit einzige Ganztagsschule der Verbandsgemeinde Schweich mit Containern vor dem Haus erweitert werden, um wenigstens einen einigermaßen geregelten Unterrichtsablauf garantieren zu können. Eine Dauerlösung ist dies nicht, und eine schnelle Entscheidung für ein Neubaugrundstück auf Schweicher Terrain wäre Trumpf. Die Verbandsgemeinde als Trägerin hat sich längst auf einen Neubau festgelegt - doch bis der nach Finanzierung, Planung und Bauausführung steht, dürften noch Jahre vergehen. Und jeder Tag ohne klare Standortentscheidung führt zur weiteren Verzögerung. In dieser Situation erscheint die zögerliche Haltung des Stadtbürgermeisters und der FWG fehl am Platze. Es geht nun darum, schnellstmöglich ein Baugrundstück zu finden. Überflüssig und noch zeitraubender wäre aber eine zusätzliche Diskussion mit dem Kreis um den Standort der benachbarten Meulenwald-Förderschule. f.knopp@volksfreund.de