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Kontroverse Debatte über Energiewende

Kontroverse Debatte über Energiewende

Die Unsicherheit der Unternehmen mit Blick auf die Energiewende ist groß. Das zeigte ein Wirtschaftsforum der Industrie- und Handelskammer Trier. Der Wirtschaft würden die hohen Strompreise sowie Zweifel an der Versorgungs- und Planungssicherheit für Investitionen zu schaffen machen, hieß es.

Trier. 250 Besucher sind zum Wirtschaftsforum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier unter dem Titel "Die deutsche Energiepolitik - wettbewerbsfähig in Europa?" gekommen. IHK-Präsident Peter Adrian sagte zu Beginn: "Die deutsche Energiepolitik ist momentan vollkommen von marktwirtschaftlichen Überlegungen abgekoppelt."
Bei der Förderung erneuerbarer Energien wimmle es nur so von Fehlanreizen. An die Stelle von nationalen Alleingängen solle ein gemeinsames Voranschreiten Europas treten.
Oettinger per Videobotschaft


Per Videobotschaft richtete sich EU-Energiekommissar Günther Oettinger an das Wirtschaftsforum. "Mit 16 Energiewenden macht man keine kluge Energiepolitik", sagte Oettinger mit Blick auf das nicht abgestimmte Vorgehen der Bundesländer.
"Unsere Energiepreise gehören zu den höchsten der Welt und sind längst zu einem Standortnachteil für Deutschland geworden." Er kämpfe dafür, dass an den Rabatten für stromintensive Betriebe festgehalten werde, die "sonst in Deutschland nicht mehr produzieren könnten".
Wie vielschichtig die Herausforderungen sind, zeigte die anschließende Diskussion mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, der CDU-Landesvorsitzenden Julia Klöckner, Michael Hager, Kabinettchef von Günther Oettinger, Peter Adrian und Ulrich Rass, Geschäftsführer der Philipp Rass Energy GmbH in Trier. Einigkeit herrschte über die Notwendigkeit der Energiewende, Uneinigkeit über den Weg zum Ziel.
Neue oder verlorene Jobs?


Während Klöckner vor dem Risiko warnte, dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, betonte Lemke, es seien dank der Energiewende auch zahlreiche neue Jobs entstanden. Hager forderte eine Senkung der Steuern und Abgaben auf Strom, die aktuell in Deutschland rund 50 Prozent des Preises ausmachten.
Unter den Zuhörern befanden sich auch Erzeuger erneuerbarer Energien, die auf die ökologischen Vorteile ihrer Technologien verwiesen und Planungssicherheit für ihre Investitionen einforderten.
Doch auch sie müssten lernen, sich im Wettbewerb zu bewegen und günstiger Strom zu produzieren, sagte der Geschäftsführer der Philipp Rass Energy GmbH Ulrich Rass. "Wir sind jetzt in der Marktwirtschaft angekommen." Und die fordere, so Adrian, eine Energiewende mit Augenmaß und Vernunft. red