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Konzentriert wie starker Kaffee

Konzentriert wie starker Kaffee

Moccamedia gehört zu den 15 erfolgreichsten Mediaagenturen Deutschlands. Hauptsitz und Gründungsort der heutigen Aktiengesellschaft ist Trier. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat die Medienexperten in ihrem Trie rer Büro besucht. Dabei wurde auch die Frage nach der Herkunft des Namens der Mediaagentur geklärt.

Trier. 1989 hat die Erfolgsgeschichte von Moccamedia begonnen. Wie Mitgründerin und Vorstandsvorsitzende Cornelia Lamberty beschreibt, "mit wenig mehr als ein paar Malertischen und als das, was man heute als Start-up-Unternehmen bezeichnen würde." Inzwischen gehört das Mediaunternehmen laut eigener Aussage mit insgesamt 370 Millionen Euro Umsatz zu den 15 erfolgreichsten Mediaagenturen Deutschlands. Die Aufgabe von Mediaagenturen ist es, Konzepte für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zu entwickeln und zu planen - in Abgrenzung zu Werbeagenturen, die Werbung und Marketingkampagnen inhaltlich erstellen (siehe Extra). Mehr als 100 Menschen arbeiten inzwischen an insgesamt fünf Niederlassungen für Moccamedia. Neben Trier sind dies Frankfurt, Köln, Solothurn in der Schweiz und Wien (Österreich). Die Zentrale bleibe aber Trier, nicht nur wegen der Attraktivität der Stadt, sondern auch aus Überzeugung. "Wir sind Trierer, und wir bleiben Trierer", betont Lamberty die Verbundenheit zur Stadt.
Um den Erfolg der Medienexperten zu würdigen, hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den Trierer Büroräumen einen Besuch abgestattet. Sie ließ sich durch die Räumlichkeiten in der Sichelstraße führen und sprach mit den Mitarbeitern. Auch nach der Herkunft des Namens der Mediaagentur Moccamedia erkundigt sich die Ministerpräsidentin bei ihrem Besuch. Lambertys Antwort: Mokka ist stark und hoch konzentriert, und so wollten auch die Leute von Moccamedia arbeiten - mit voller Konzentration immer bei der Sache.
Peugeot erster Großkunde


Zu den ersten großen Kunden von Moccamedia gehörte der französische Autobauer Peugeot. Die Arbeit für Autohersteller entwickelte sich dann nach und nach zu einem Aufgabenschwerpunkt der Mediaagentur. Inzwischen zählen 20 Hersteller zu den Kunden von Moccamedia. "Wir haben in der Anfangszeit durch unsere Arbeit für Peugeot schnell das Know-how in dieser Sparte entwickelt und dieses Wissen nutzen wir nun eben als Autoexperten weiter", sagt Vorstandschefin Lamberty.
Auch an der Kampagne "Gib Aids keine Chance" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und am Nahverkehrsprogramm "Takt" in Rheinland-Pfalz hat Moccamedia mitgewirkt.
20 bis 30 Prozent der Inhalte vertreiben die Werbeexperten laut Cornelia Lamberty digital, der Rest verteilt sich auf Printprodukte (Tages- und Wochenzeitungen, Nachrichtenmagazine und Ähnliches), den Hörfunk und auf Plakate. "Der Medienmix ist wichtig", betont sie, "wir können nicht nur auf einen Kanal bauen." Dabei sei aber gleichzeitig das Medium an sich gar nicht so wichtig, relevant sei letztlich ausschließlich, das Kommunikationsziel zu erreichen.
Auf lange Sicht ist es ein Wunsch der Mediaplaner, den Standort Trier zu stärken. Probleme dabei machen neben der schlechten Anbindung an den Fernverkehr auch die nach Einschätzung des Vorstands von Moccamedia nicht idealen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Medienbereich vor Ort. Malu Dreyer hört den Ausführungen Lambertys interessiert zu und verspricht, die Anliegen zu bedenken. Sie verweist auf die Expertise der Hochschule Trier, die beispielsweise im Bereich Videospiele und verwandter Themen über mehrere Experten verfüge. Auch Teamgeist und Zusammenarbeit betrachtet sie als Schlüssel zum Erfolg. Nur zur schlechten Anbindung an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn hat auch sie keinen spontanen Lösungsansatz parat. "Ich bin nicht Gott", scherzt sie an dieser Stelle. Sie sehe aber das Problem der mangelnden Anbindung und verweist auf die Verantwortung der Bahn, für einen praktikablen Fernverkehr zu sorgen.Extra

Eine Mediaagentur berät Kunden anhand von Statistiken und Marktforschungsergebnissen, um mit Werbestrategien und Öffentlichkeitsarbeit möglichst viele Menschen effektiv zu erreichen. Kurz gesagt: Während eine Werbeagentur Werbung (Fernsehspots, gedruckte Anzeigen und so weiter) erstellt, sorgt eine Mediaagentur dafür, dass diese Werbung das richtige Publikum erreicht. Eine Besonderheit der Arbeit der Trierer ist dabei das, was die Marketingprofis als regionales Marketing bezeichnen: Die Inhalte werden je nach Verbreitungsgebiet exakt angepasst, das große Konzept auf die regionale Ebene heruntergebrochen, um so eine besondere Nähe zu den Menschen aufzubauen. daf