Konzepte, Konzepte, Konzepte

Drei Monate dauerten die Gespräche der Ampel-Koalitionäre in Trier. Am Ende standen eine geradezu freundschaftliche Atmosphäre und ein Paket gemeinsamer Vorhaben, deren wichtigste wir dokumentieren.

Trier. Fast schon demonstrativ war die Eintracht zwischen Malu, Heide, Sven, Gerd und Thomas, wie sich die Damen und Herren Bündnispartner bei der Pressekonferenz im Rathaus gegenseitig anredeten. Fehlt eigentlich nur noch der gemeinsame Personal-Vorschlag für den Stadtvorstand, den Malu Dreyer ankündigte - ohne freilich Namen zu verraten. Schließlich ist Samstag noch Kandidaten-Anhörung.

Inhaltlich gibt es kaum noch kontroverse Punkte. Die gemeinsamen Vorhaben der Ampel gliedern sich in unterschiedliche Themenbereiche.

Bildung

Wird mit Vorrang im Haushalt behandelt. Auf Basis einer "ehrlichen Bestandsaufnahme" und dem Schulentwicklungskonzept sollen Schulen nach einem konkreten Fahrplan saniert und die Schullandschaft umgestaltet werden. Die IGS auf dem Wolfsberg soll "bestmögliche Integration von Kindern mit und ohne Behinderung" bieten. Generell ist das Ziel die Integration behinderter Kinder in die Regelschule.

Familie, Jugend, Soziales

Sozial- und Jugendpolitik sollen vernetzt, planvoll, zielgenau und präventiv ausgerichtet werden. Öffentliche Einrichtungen wie ÖPNV oder Theater sollen "sozial angepasste" Preise bieten. Das "Bündnis für Familien" wird wiederbelebt. Ein kommunales Wohnraumkonzept soll guten Wohnraum auch für Einkommensschwächere sichern. Trier erhält Beiräte für Senioren und Behinderte, einen Behindertenbeauftragten und ein Jugendparlament. Gemeinsam wird ein Konzept "JungeStadt2010plus" entwickelt.

Mobilität

Der Umweltverbund wird durch attraktiveren ÖPNV, sichere und bequeme Radwege und fußgängerfreundlichere Bedingungen gestärkt. Ein "Mobilitätskonzept 2020" wird erstellt, ebenso ein "Parkraumkonzept". Bis Ende 2009 steht eine neue Prioritätenliste für Haltepunkte der Regionalbahn. In Wohngebieten wird generell Tempo 30 eingeführt.

Wirtschaft

Eine regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit dem Kreis wird angestrebt. Bei der Weiterentwicklung sollen erst vorhandene Flächen in der Stadt nutzbar gemacht werden, bevor man neue ausweist.



Stadtentwicklung

Ein städtebauliches Gesamtkonzept "Trier 2030" wird aufgelegt. Schwerpunkte: die Erhaltung der Innenstadt als Lebensmittelpunkt und die "Stadt am Fluss". Alle Brachflächen in der Stadt werden erfasst. Bürger werden mehr einbezogen, zudem wird ein Bau-Bürgerbüro eingerichtet.

Nachhaltigkeit

Ein zentraler Umweltausschuss übernimmt die Koordination. Die SWT sollen sich vom Energieverkäufer zum Energiedienstleister entwickeln und sich verstärkt für erneuerbare Energien engagieren. Öffentliche Gebäude werden energieeffizient saniert. Ein Dachflächenkataster wird erstellt, um "Bürgerkraftwerke" wie Solaranlagen gezielter fördern zu können.

Kultur

Das Theater wird am jetzigen Standort als Drei-Sparten-Haus erhalten und saniert, eine "Struktur-Optimierung" soll geprüft werden. Kultureinrichtungen sollen ihre Öffnungszeiten am Bedarf ausrichten. Die Ausgaben für "Brot und Spiele" werden gedeckelt.