Konzert mit (kubanischer) Soße
Trier · Ohne Salsa kein feuriges Menü: Musiker aus Trier, Luxemburg und Frankreich bringen mit der Band El Cartel de la Salsa das kubanische Lebensgefühl an die Mosel. Am Mittwoch spielen sie in Mertesdorf in der Karlsmühle.
Trier. Die Straßen im Stadtviertel Im Treff, in unmittelbarer Nähe zur Uni Trier, sind verwaist, kalt und dunkel. Da zerreißt ein Mix aus schnellem Gesang, Trommelschlägen und Trompetenfanfaren die Stille: El Cartel de la Salsa probt in einem Raum der hiesigen Kita ihr Repertoire - die Mitte 2009 in Trier gegründete Band hat sich der südamerikanischen Tanzmusik aus der Karibik, der Salsa, Merengue und Cumbia, verschrieben.
Im Gepäck: Trompete, Saxofon, Bassgitarre, Congas, Rasseln und Piano.
Eins, zwei, drei, die ersten Takte des Salsa-Klassikers "Das Menü" erklingen. Frontsänger Norge "Pachi" Suarez schüttelt zwei Handrasseln, Saxofonist Laszlo Anducska und Trompeter Michael Schuh setzen ihre Blasinstrumente an die Lippen. Acht Musiker umfasst das bunt gemischte Bandprojekt: Aus Kuba stammen Sänger Suarez und Bassist Ramiro Pupo Gonzalez, aus Frankreich der 50-jährige Congaspieler Philippe Cerny und Pianist Pierre Unfer, der in Luxemburg lebt. Aus Morbach im Hunsrück ist Jazztrompeter Schuh hinzugestoßen, der Trierer Anducska unterrichtet an der hiesigen Jazz & Rock School.
Der Kopf der Band ist Manuel Celis. Der 39-jährige Musiklehrer und Perkussionist betritt für Trie rer Verhältnisse musikalisches Neuland. Vergleichbares wie eine Salsa-Band habe es hier noch nicht gegeben, sagt der gebürtige Kolumbianer, der schon vor vielen Jahren an der Mosel Wurzeln schlug. Erste Auftritte kann die Band bereits verbuchen, etwa beim Internationalen Fest, doch erst jetzt sei die Combo komplett, sagt Celis, dessen Neffe David ebenfalls mit Saxofon im Cartel spielt.
Pause im Proberaum. Das "Menü" mundet offenbar den Beteiligten. Für das TV-Foto holen sie dunkle Anzüge hervor, die "Berufskleidung" für die Auftritte. Und während die Kamera klickt, spielt El Cartel de la Salsa ein Lied über das Leben, das ein einziges Karnevalsfest sei: Weine nicht, es lebt sich schöner, wenn man singt. Das ist im Treff selbst dann noch der Fall, als die Kamera schon weggepackt ist. mc
Am Mittwoch, 12. Oktober, können sich Freunde kubanischer Soßen vom Mix der Ingredienzen überzeugen: El Cartel de la Salsa spielt im Ruwertal in der Mertesdorfer Karlsmühle. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.