Kultur : Zaruk – Neue Klänge aus einer alten Welt

Das Madrider Duo hat in Schweich die Musik der sefardischen Juden, die im 15. Jahrhundert aus Spanien vertrieben wurden, präsentiert.

Es gibt seit geraumer Zeit in Schweich einen Arbeitskreis, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung an jüdische Mitbürger aufrechtzuerhalten. Erinnert wird in Form unterschiedlichster Veranstaltungen und Events. Unlängst gastierte auf Einladung der Arbeitsgruppe das Duo Zaruk in der Kulturstätte Synagoge.

Das der kreativen Madrider Musikszene entstammende Duo der Cellistin Iris Azquinezer und des in Spanien lebenden, deutschen Gitarristen Rainer Seiferth widmet sich ganz der Musik der sefardischen Juden, die Ende des 15. Jahrhunderts aus Spanien vertrieben wurden und sich in verschiedenen Regionen des Mittelmeerraumes ansiedelten. Ihre Lieder sind eingefärbt von den Klängen dieser Gegenden und immer ist in ihnen auch ein Hauch von Wehmut zu spüren über die verlorene spanische Heimat, Sefarad.  

In Zaruks Arrangements finden Klassik, Jazz und traditionelle Musik, Komponiertes und Improvisiertes, Minimalismus und Virtuosität gemeinsame Wege und erschaffen dabei Bilder von großer Ausdruckskraft und Farbentiefe. Iris Azquinezer transportiert die gleichsam ausdrucksstarke und emotionale Musik in ihren ganzen Körper.

Fasziniert hingen die Zuhörer an ihrem Spiel und ihrer Mimik, tauchten mit ihr in Musikstücke ein, die seit Jahrhunderten populär sind. Rainer Seiferth begleitete sie auf der Gitarre mit großem künstlerischen Geschick. Drei Zugaben und im Stehen dargebrachter Applaus beim Auszug begleiteten die Künstler dann auch zum Abschied. Sie wollen 2020 wieder zu einem Konzert nach Schweich kommen.

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