Kooperation für Kartoffeln
Es ist bemerkenswert, was der Jugendring und die Seniorengemeinschaft des Orts seit Jahren leisten: Zum 18. gemeinsamen Krompernfest hatten sie am Wochenende wieder rund um das Bürgerhaus eingeladen.
Kasel. Sonntag, 12 Uhr: Der Platz am Bürgerhaus füllt sich mit Menschen. Der Duft nach vielen Leckereien lässt so manchem Besucher das Wasser im Mund zusammenlaufen. Paul Neumann, Cheforganisator und Vorsitzender des Jugendrings, hat 150 Helfer im Einsatz. Überall sind nur fleißige Hände zu sehen. Unter einem Zeltdach werden an sieben Brätern die "Krompernschniedcher" (Reibekuchen) zubereitet. Im Nachbarzelt machen die Frauen "Broatkrompern mat Housmacher Wuscht und Doppelappes". Die dritte Abteilung arbeitet im Bürgerhaus. Dort sind auch die jüngsten Helfer im Einsatz. "Krompernzopp", "Stippscha" und Kartoffelklöße werden hier vorbereitet und der Kundschaft durch das geöffnete Fenster gereicht.
Überall brutzelt und brodelt es in den riesigen Pfannen und Töpfen, bei denen die jungen Leute und auch die älteren Frauen gemeinsam das Garen und Braten überwachen. "Die Portionen sind eigentlich zu groß. Sonst könnte man ja noch von anderen Gerichten probieren", heißt es in der Runde. Tatsächlich sind die Teller so reichlich gefüllt, dass auch noch eine zweite Person davon satt werden würde. Während die Ruwertaler Winzerkapelle (Leitung Walter Theis) und der Männergesangverein musikalisch unterhalten, lassen sich die Gäste die Gerichte sichtlich schmecken. Dazu gibt es guten Kaseler Wein. Das Fest ist zu einem Besuchermagnet auch für Gäste aus den Nachbarorten geworden. So können sie einmal im Jahr wieder so essen, wie es "früher bei Muttern" üblich war. Doch auch an die Kleinsten haben die beiden Gruppierungen gedacht. Fritten "fia de Kanna" sind natürlich auch im ständigen Angebot.
Die Grundidee, mit der Veranstaltung den Dialog zwischen den Generationen zu fördern, ist Paul Neumann gelungen. "Und es geht weiter", ist er überzeugt. Die diesjährige Veranstaltung gibt seinem Streben Recht. Denn ein Aufruf nach jüngeren Omas und Opas im Amtsblatt hatte postwendend riesigen Erfolg. Einen Tag vor dem Fest hatte er beim Kartoffelschälen sowie beim Vorbereiten rund 70 Helfer. "So viel wie nie zuvor", sagt er erfreut. Der Erlös ist für die Finanzierung von Kinder- und Jugendfreizeiten.