Kordeler Turnhalle weiter nicht nutzbar

Sport : Baustopp in der Kordeler Turnhalle

Eigentlich sollte die Sportstätte schon seit Dezember offen sein. Doch es gibt offensichtlich massive Probleme bei der Bauausführung.  

Vor der Glastür steht ein  Farbeimer, im Vorraum der Turnhalle Kordel stehen halb ausgepackte Kartons mit Fliesen. Es wirkt so, als ob die Handwerker sich gerade einmal zur Mittagspause verabschiedet haben und gleich wieder frisch ans Werk gehen. Doch die Baustelle  ist verwaist und bleibt vorerst verwaist. Denn es gibt massive Probleme. Wann und wie die behoben werden, ist derzeit offen.

Im Grunde genommen ist die Kordeler Turnhalle keine besondere Sportstätte. Sie ist gut 40 Jahre alt und ein Sanierungsfall. Das war sie auch schon im Jahr 2014, als sich der Verbandsgemeinderat Trier-Land aufmachte, sich bezüglich der Sanierung über das Wie und das Wie-Teuer Gedanken zu machen. Denn der Verbandsgemeinde (VG)  gehört die Halle, und deshalb muss die VG auch für die Arbeiten zahlen.

Rund 735 000 Euro sollte es kosten, die für den Schul- und Vereinssport genutzte Halle zu sanieren.  Weil das einigen Kommunalpolitikern zu viel war, wurde der Rotstift angesetzt und gespart. Dumm nur, dass dabei offensichtlich die Rechnung ohne den Wirt gemacht wurde und so mancher als überflüssig erachtete Posten wie Wärmedämmung sich am Ende dann doch nicht als über­flüssig erwiesen hat.

Die Zeit ging ins Land, die Halle blieb unsaniert und die Kosten stiegen. Mitte 2016 lagen die erwarteten Kosten bei rund 950 000 Euro, später dann bei rund 1,1 Millionen. Und es ist fast keine Sitzung des Verbandsgemeinderats vergangen, ohne dass die Kordeler Halle Thema war. Mehrkosten hier, Mehrkosten da, durch Abwesenheit glänzende Handwerker. So ist das eben, wenn  in Zeiten voller Auftragsbücher an alter Bausubstanz gearbeitet wird.

Seit Sommer 2017 ist die Halle dicht. Am 14. Dezember 2018 sollte es dann so weit sein. Kurz vor Weihnachten hätte die Halle wieder offen sein sollen. Doch statt Sportlern tummelten sich weiterhin Handwerker in der Halle. Und nun ruhen die Arbeiten. Auf Anfrage teilt die VG-Verwaltung mit, dass  „während der Bauarbeiten Schäden an den Trägern und der Decke festgestellt worden seien.“ Deutlicher ist Bürgermeister Wolfgang Reiland in der Sitzung des Verbandsgemeinderats geworden. Dort spricht er davon, dass in die Hallendecke gebohrt worden sei, obwohl das nicht erlaubt ist. Die Folge: Es gibt ein Beweissicherungsverfahren. Das Ergebnis der Untersuchung der Decke steht laut Verwaltung noch aus. Erst anschließend könne eine Aussage über den weiteren Bauzeitenplan getroffen werden.

Über die Verzögerung der Eröffnung hat die Verwaltung nach eigener Angabe die Nutzer informiert. Zufrieden ist Bernhard Reuter damit nicht. Er ist Vorstandsmitglied des Sportvereins Kordel und  hat seinem Unmut in der Sitzung des Verbandsgemeinderats Luft gemacht. Hintergrund: Es gibt auf dem Kordeler Sportplatz keine Duschen. Schon seit vielen Jahren werden deshalb die Waschgelegenheiten in der unmittelbar neben dem Platz gelegenen Turnhalle genutzt – oder aufgrund der Sanierungsarbeiten eben nicht. „Wir können in Kordel deshalb keine Heimspiele austragen“, sagt Reuter. Die Folge sind fehlende Einnahmen aus dem Spielbetrieb, die auf Dauer existenzbedrohend für den Sportverein sein könnten.

„Außerdem müssen wir für einige Abteilungen Ausweichquartiere suchen.“ Badminton wird deshalb in Newel-Butzweiler gespielt,   Karate und Tai Chi    in der Turnhalle in Zemmer-Rodt. „Die Fahrerei machen die Leute irgendwann nicht mehr mit“, fürchtet Reuter.

Auch Vereinsmitglieder des ETuS Kordel sind seit 2017 ständig auf Achse. Mal ging es nach Zemmer-Daufenbach, dann nach Newel-Butzweiler und dann wieder nach Daufenbach, sagt Vorsitzender Erich Kruppert. Er fragt sich schon seit längerer Zeit, was da in der Halle Kordel überhaupt gemacht werde und ob die Arbeiten überhaupt einmal abgeschlossen werden.

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