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Kostbare Tassen mit Trierer Stadtteil-Motiven

Kostbare Tassen mit Trierer Stadtteil-Motiven

Das Stadtmuseum Trier komplettiert seine Porzellan-Sammlung für die Dauerausstellung. Sie kann täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Trier. Zwölf Tassen und sechs Untertassen eines Services der Trier er Porzellanmanufaktur aus dem 19. Jahrhundert entdeckte Dr. Bernd Röder vom Stadtmuseum Simeonstift in einem Auktionskatalog des Kunsthauses Lempertz in Köln. Mit Geldern des Freundeskreises ersteigerte das Haus die seltenen Tassen mit Motiven von Trierer Vororten für seine Sammlung.
1807/08 begann der im Hunsrück geborene Christian Joseph Deuster eine Manufaktur im ehemaligen Martinskloster am Moselufer einzurichten. Er hatte bereits erste Erfahrungen in Paris gesammelt. Die Manufaktur entwickelte sich rasch zu einem Großbetrieb mit rund 80 Angestellten, das durchschnittlich 100 Services pro Woche produzierte. Das Sortiment umfasste Kaffee- und Teeservices, Ziertassen, Vasen und Pfeifenköpfe. Besonders beliebt waren Sammeltassen mit berühmten Trierer Bauwerken oder Ansichten von Stadt und Umgebung.
Bislang besaß das Stadtmuseum lediglich Tassen dieser Manufaktur, die Trierer Baudenkmäler und Antiken zeigen. Die neuen Tassen zeigen zum Beispiel Pfalzel, Pallien, Kürenz und Herrenbrünnchen. Das Dekor stammt vom Porzellanmaler Johann Baptist Walrand. Umfang und Zustand der Kollektion sind einzigartig. Porzellan hat eine große kulturhistorische Bedeutung für Trier.
Noch bevor grafische Ansichtsmappen Trier über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt machten, vermittelten Anfang des 19. Jahrhunderts vor allem die Produkte der Manufaktur das Lebensgefühl. red