Kosten vor Nutzwert

Zum Artikel "Solarpark in Größe XL" (TV vom 13. März):

Auf der Kenner Sang soll der bislang größte Solarpark des Landes Rheinland-Pfalz entstehen und Anfang August in Betrieb gehen. Ortsbürgermeister Manfred Nink erläutert voller Stolz die kommunalpolitischen Hintergründe, sagt aber nichts über die zu erwartenden Pachterträge. Dies sei hiermit ansatzweise nachgereicht. Auf rund 30 Hektar Fläche (zum Vergleich: etwa 60 Sportplätze) werden Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 7,5 Megawatt errichtet. Unter der Adresse www.trier.de/dezernat 5 kann man nachlesen, dass in Trier eine mittlere Sonnenscheindauer von rund 1574 Stunden pro Jahr zu erwarten ist. Nach den Vergütungssätzen des EEG vom 1.8.2004 beträgt die Einspeisevergütung, die von den Elektrizitätsversorgungsunternehmen zu bezahlen ist, im Jahr 2008 für Freianlagen 35,49 Cent pro kWh, und zwar 20 Jahre lang! Aus diesen Zahlen ergibt sich folgende Rechnung: 7500 kW mal 1574 h = 11 805 000 kWh. 11 805 000 kWh mal 0,3549 Euro pro kWh = 4 189 595 Euro. In 20 Jahren ergibt sich ein Gesamtbetrag von 84 Millionen Euro. Nach Abzug der Investitionskosten von etwa 24 Millionen Euro (vgl. Wikipedia: Photovoltaik) verbleibt ein Betrag von rund 60 Millionen Euro, der unter den beteiligten Gemeinden und dem Betreiber aufzuteilen ist! Da klingt es verständlich, dass "Kenn so ein Angebot nicht ausschlagen kann". Wer bezahlt die Einspeisevergütung für Solarstrom, die 2006 bundesweit rund eine Milliarde Euro betrug? Zunächst einmal die Stromkonzerne, die per Gesetz dazu verpflichtet sind. Die bitten ihrerseits die Endverbraucher zur Kasse, so ist es nicht verwunderlich, dass die Energiekosten steigen. Wenn man bedenkt, dass der Solarstrom 2006 nur mit 0,35 Prozent zur gesamten Stromerzeugung beitrug, erkennt jeder: Die Kosten übersteigen den Nutzwert bei weitem! Bernd Reinhart, Trier umwelt