Kräftemessen der Radakrobaten

Trier · Drei Veranstaltungen richtet das Kölner BMX-Radsportunternehmen Wethepeople im Jahr aus: in Berlin, Chemnitz und Trier. Am Wochenende trafen sich deutsche und internationale Spitzenfahrer zu einem Kräftemessen in der Trie rer Skatehalle in der Aachener Straße.

Ohne Rampe schießt Pete Sawyer mit seinem BMX-Rad durch das Loch in der Wand. TV-Foto: Rolf Lorig

Trier. Der Bitte des Fotografen für ein Foto einige Kunststücke auf der Half Pipe zu demonstrieren, mochte Pete Sawyer nicht nachkommen. Wenn schon ein Foto, dann solle es auch was Besonders sein, erklärte der junge Londoner und zeigte auf ein großes Loch in der Wand: Wenn schon, dann wolle er mit seinem BMX-Rad durch dieses Loch springen. Wie denn, ohne Rampe? Schließlich beginnt das Loch erst rund 80 Zentimeter über dem Boden! Für Pete kein Problem. Kurze Konzentration, dann schießt er mit dem Rad auf das Loch zu. Kurz vorher reißt er sein Rad in die Luft und geht in den freien Flug über. Wie ein Geschoss schießen Mensch und Fahrrad durch das Loch. Viel Platz bleibt nicht, für Pete reicht\'s. Applaus von den Bikern, die den Sprung aufmerksam verfolgt haben.
Pete Sawyer ist eigens für diese Veranstaltung aus London gekommen. Andere Fahrer kommen aus Norddeutschland, Österreich, Luxemburg. Wie viele andere übernachtet auch Pete in der Skaterhalle. "Obwohl ich mich schon vor vier Wochen um die Übernachtungen der Teilnehmer gekümmert habe, waren keine bezahlbaren Betten mehr für dieses Wochenende zu bekommen", sagt Axel Reichertz, der für die Organisation der Trierer Veranstaltung verantwortlich zeichnet. Rund 60 junge Leute messen an diesem Wochenende ihre Kraft und Geschicklichkeit. Sie alle sind gerne nach Trier gekommen: "Weil sie hier gute Bedingungen für ihren Sport finden, auch wenn die Hallenhöhe für doppelte Saltos nicht ausreicht", so Axel Reichertz. Damit die Veranstaltung zeitlich überschaubar bleibt, wird in sechs Gruppen zu je zehn Teilnehmern gestartet. Was dabei wie eine Mannschaft aussieht, ist in Wirklichkeit keine. Jeder Teilnehmer kämpft für sich um den Sieg.
Axel Reichertz räumt ein, dass die Juroren dabei keine einfache Aufgabe haben. Doch seien sie "recht erfahren und hätten ein Auge für die wirklich schwierigen Dinge", schmunzelt er.
Was auffällt, ist der saubere Zustand in und vor der Halle. Kein Papierchen findet sich auf dem Hallenboden, auch vor der Halle ist ständig jemand mit Schaufel und Kehrschippe unterwegs.
Das große Geld können die Fahrer bei diesem Wettbewerb nicht gewinnen: Der erste Preis ist mit 900 Euro datiert. Bei diesem Treffen dabei sein und mit den Großen des Sports mithalten zu können, das ist die Motivation, die die meisten der Teilnehmer antreibt.