Krampfadern

Jeder hat sie schon am Strand und Schwimmbad gesehen, diese bläulich-rötlichen Gefäße an Frauen- und Männer-Beinen. Häufig sind in der Familie der Betroffenen schon "Vorbilder", bei Mutter oder Vater.

Bei der genauen Betrachtung fällt die unterschiedliche Ausprägung der Venenerweiterungen auf: feinste, stark rötlich-dunkle Verästelungen, die Besenreiser-Krampfadern; dünne, bläulich miteinander verbundene Venen, durch die Haut schimmernd, die Netz-Krampfadern; finger- und daumendicke Adern, die sich an den Beinen schlängeln, schräg und krumm, die Krampfadern. So unterschiedlich diese aussehen, so verschieden ist die Behandlung. Verödung auf verschiedene Arten: durch Hitze mit Laser, durch elektrischen Strom oder chemisch, durch Einsatz von verschließenden Substanzen; Kompression durch die Strümpfe oder Strumpfhosen; Operation durch Entfernen der dicken Adern. Um die Behandlung zu planen, muss die Art der Erkrankung festgestellt werden. Diese ist häufig ohne äußeren Anlass entstanden - aufgrund der vererbten Veranlagung. Selten sind andere Erkrankungen verantwortlich für die Erweiterung der Adern, etwa Einengung des Venenabflusses in der Leistenregion oder bei Verschluss der tiefen Venen. Dann besteht die große Gefahr der Ausbildung des gefürchteten "offenen Beines" mit dem Geschwür am Unterschenkel in der Knöchelregion. Die Verödung ist eine ambulante Behandlung, die nur wenige Minuten dauert. Dabei wird jede einzelne feine Ader durch die ausgewählten Mittel verschlossen. Anschließend ist eine Kompression für einige Tage erforderlich. Häufig sind mehrere Sitzungen notwendig. Kompression bedeutet das Tragen der fest anliegenden, angepassten Strümpfe und Strumpfhosen. Diese Behandlung ist auf Dauer notwendig, da die Strümpfe allein nicht zum Verschwinden der erkrankten Venen führt. Bei dem postthrombotischen Syndrom ist das immer erforderlich um die "offenen Beine" zu vermeiden und Geschwüre zum Abheilen zu bringen. Die Operation der Krampfadern mit Narkose ist die einzige Möglichkeit, die dicken, geschlängelten Venen und die funktionsunfähigen Klappen zu entfernen. In der Leiste geschieht das mit einem kleinen Schnitt, am Bein genügen kleine Einstiche an den betroffenen Venen. Gelegentlich ist das "Stripping" notwendig. Bei dieser Methode wird die oberflächliche Vene mit einer während der Operation eingebrachten Sonde entfernt. Für die Entscheidung des richtigen Behandlungsverfahrens ist die Beratung beim Allgemeinarzt und Facharzt angeraten. Dr. med. Rolf Theiß, Chirurgie und Unfallchirurgie, Saarburg