Krank oder im Weg: Stadt fällt 79 Bäume

Krank oder im Weg: Stadt fällt 79 Bäume

Weil sie nicht mehr standsicher oder abgestorben, bei Bauarbeiten im Weg sind oder an Stockfäule leiden, will das städtische Grünflächenamt noch in diesem Winter 79 Bäume im Stadtgebiet fällen. Zwei Ahornbäume müssen weichen, um die Sicht auf die Römerbrücke zu verbessern.

Trier. Eschen, Robinien, Birken, Weiden, Ahornbäume, Eichen, Kastanien, Linden, Pappeln, Kiefern, Erlen, Ailanthusbäume und Hainbuchen: 13 Arten finden sich auf der städtischen "Baumfällliste Winter 2012". 79 Exemplare sollen gefällt werden.
Meist ist der Grund dafür, dass die Bäume wegen Fäule oder Dürre nicht mehr standsicher sind oder Bruchgefahr besteht. Andere sind Baumaßnahmen im Weg. Zum Beispiel in Alt-Tarforst.
Weil die ehemalige Grundschule zur Kindertagesstätte wird und dafür Umbauten notwendig sind, müssen drei Ahornbäume gefällt werden.
17 Bäume unterschiedlicher Arten sind für den Ausbau der Bundesstraße 422 in Ehrang im Weg. Neun Birken sind auf dem Friedhof Süd wegen Baumaßnahmen fällig.
Am östlichen Brückenkopf auf Höhe der Einmündung der Südallee werden zwei Ahornbäume gefällt. "Im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs zur Zukunft der Römerbrücke haben wir festgestellt, dass die Bäume die Sicht auf die Brücke verstellen", erklärte Grünflächenamtsleiter Franz Kalck, der die Liste dem Dezernatsausschuss IV in dessen jüngster Sitzung vorstellte. Nachpflanzungen sind laut dieser Liste bei 49 von 79 gefällten Bäumen möglich.
"Warum soll das nicht überall möglich sein?", wollte Anja Matatko von den Grünen bei der Ausschusssitzung wissen. Teilweise - wie am Römerbrückenkopf - seien die Bestände so dicht, dass Nachpflanzungen nicht möglich seien, erklärte Amtsleiter Kalck.
Für die Kleingartenanlage Trier-Ost, wo drei Pappeln und eine Birke wegen Stockfäule gefällt werden sollen, treffe dieses Argument nicht zu, hielt Matatko dagegen.
"Ich verstehe nicht, warum da nicht neue Bäume gepflanzt werden können - wenn man dort spazieren geht oder Fahrrad fährt, merkt man, dass das Grün dort immer mehr zurückgeht." Dezernentin Simone Kaes-Torchiani versprach, noch einmal zu prüfen, ob Nachpflanzungen in der Kleingartenanlage möglich sind.
Matatko regte ein neues Verwaltungsverfahren an: Dem Ausschuss sollten die regelmäßigen Baumfälllisten künftig nicht nur zur Kenntnisnahme vorgelegt werden.
Stattdessen sollte dem Ausschuss die Möglichkeit gegeben werden, die Baumstandorte, geplante Fällungen sowie potenzielle Nachpflanzungen mitzubestimmen. woc

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