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Glaube im Alltag: Kreativ und vielfältig

Glaube im Alltag : Kreativ und vielfältig

In den vergangenen Wochen ist das Thema dieser Rubrik auf neue Weise aktuell geworden. Der Alltag hat sich für die Menschen in Deutschland drastisch verändert. Sie müssen in Trier unter anderem auf die beliebten großen Feste der Stadt verzichten, aber auch auf die besondere Atmosphäre in der Innenstadt während der Heilig-Rock-Tage, die gestern begonnen hätten.

Denn für Christinnen und Christen gilt natürlich auch das Versammlungsverbot. Dabei sind die Zusammenkünfte der Gläubigen so etwas wie das Lebenselixier ihrer religiösen Überzeugungen. Im eingeschränkten Alltag fällt das für viele wohl weniger ins Gewicht, weil Solidarität mit Bedürftigen und karitatives Engagement als ein wichtiger Ausdruck christlichen Lebens für sie dazugehören und beides ist in diesen Zeiten besonders gefragt.

Alle Zusammenkünfte für Gläubige aber fallen weg. Das gemeinsame Beten und Singen fehlt, das Gefühl des gemeinsamen Weges ist verloren. Zwar werden zahlreiche Gottesdienste im Internet gezeigt. Aber es erscheint vielen wie blutleer, wenn ein Priester alleine und ohne Resonanz in einer großen Kirche eine Messe hält. Daneben gibt es aber auch viele kreative Ideen, etwa wenn Aussagen von Jugendlichen zur aktuellen Situation gesammelt und zu einem Film verarbeitet werden oder wenn Impulse zu Bildern, Musik oder Bibeltexten online gestellt werden, um einige Minuten der Besinnung zu schenken und Menschen zu ermutigen.

Ich hoffe darauf, dass solche Kreativität und Vielfalt in Gemeinden, bei Haupt- und Ehrenamtlichen erhalten bleiben, auch wenn die gewohnten Gottesdienste wieder möglich sind. Denn die Angebote werden von vielen Menschen wahrgenommen, auch von solchen, die sich mit der gängigen Sonntagsroutine schwertun.

Ingrid Müller

Pastoralreferentin in Trier