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Kreis gibt Startsignal

Einstimmig hat sich der Kreistag für eine Beteiligung am Erwerb der Hunsrückbahn-Strecke von Büchenbeuren nach Hermeskeil ausgesprochen. Der Kreis übernimmt die Hälfte des Anteils der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Von Albert Follmann

Konz. (alf) Der erste Schritt zum Ankauf des etwa 50 Kilometer langen Streckenteils der Hunsrückbahn von Büchenbeuren nach Hermeskeil ist gemacht: Am Montagabend hat der Kreistag Trier-Saarburg im Kloster Karthaus beschlossen, die Hälfte des Anteils der Verbandsgemeinde Hermeskeil von 150 000 Euro zu übernehmen. Die Gesamtsumme von 640 000 Euro, die als Übernahmepreis an die Bahn im Raum steht, soll neben der VG Hermeskeil von den Verbandsgemeinden Thalfang am Erbeskopf und Bernkastel-Kues sowie der Einheitsgemeinde Morbach (alle Kreis Bernkastel-Wittlich) und der VG Kirchberg (Rhein-Hunsrück-Kreis) aufgebracht werden.

"Unser vorrangiges Ziel ist die Erschließung des Hochwaldraums", sagte Landrat Günther Schartz. Es gelte, die 50 Kilometer lange Strecke zu kaufen, um sie in einer Hand zu behalten. Schartz: "Wenn die Bahn Teile verkauft, dann wird eine Nutzung unmöglich." Wie die Gebietskörperschaften bei Treffen im Dezember in Morbach und kürzlich im Wittlicher Kreishaus vereinbart haben, soll eine Nutzung der Strecke für Güter- und touristische Verkehre oberste Priorität haben; nachrangig kann man sich auch einen Radweg auf der Bahntrasse vorstellen.

Firmen wollen Strecke nutzen

Das Land beteiligt sich nicht am Ankauf. Die Wiederinbetriebnahme der Strecke will Mainz nur dann fördern, wenn ein nachhaltiges betriebswirtschaftliches Konzept vorgelegt wird. Gespräche mit Unternehmen haben ergeben, dass ein grundsätzliches Interesse am Erhalt der Strecke besteht. Vor allem Sägewerke sehen in der Schiene eine konkurrenzfähige Option zum Straßentransport.

Dittmar Lauer (CDU) wertet den Ankauf als "bedeutsamen Meilenstein in der Entwicklung des Hochwalds", Hugo Kohl (FWG) sieht die Dachmarke Hunsrück dadurch gestärkt. Manfred Nink (SPD) ist ebenfalls für den Kauf, vermisst aber Hinweise auf die Folgekosten.