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Kreis Trier-Saarburg: Auf der Suche nach einem Kreisfeuerwehrchef

Kreis Trier-Saarburg: Auf der Suche nach einem Kreisfeuerwehrchef

Der Kreis Trier-Saarburg braucht ab Juli einen neuen Feuerwehrinspekteur. Obwohl der scheidende Feuerwehrchef Stefan Sihr sagt, dass das Amt für einen Ehrenamtler kaum zu bewältigen ist, plädieren die meisten Politiker im Kreis weiterhin für die ehrenamtliche Besetzung.

Sind Beruf und ein zeitintensives Ehrenamt vereinbar? Vor allem wenn es sich um ein solch verantwortungsvolles Amt handelt wie das des Kreisfeuerwehrinspekteurs (KFI)? Das sind die Fragen, um die es in etlichen Gesprächen der nächsten Wochen im Kreis Trier-Saarburg gehen wird. Schließlich will Stefan Sihr sein Amt als ehrenamtlicher KFI Ende Juni aufgeben. Die 3500 Feuerwehrleute im Kreis Trier-Saarburg brauchen deshalb ab Juli einen neuen Chef .

Die Kreisverwaltung hat laut Landrat Günther Schartz ein Schreiben an die Feuerwehren geschickt, in dem sie die Wehrleute dazu aufruft, sich als Kreisfeuerwehrinspekteur zu bewerben.

"Die notwendigen Qualifikationen können sich die Interessenten noch im Amt aneignen", betont Schartz. "Sollte sich kein Ehrenamtlicher melden, könnten wir intern in der Kreisverwaltung schauen, ob wir einen geeigneten Mitarbeiter haben, der ehrenamtlich als KFI arbeitet. Das Einrichten einer hauptamtlichen Stelle wäre die letzte mögliche Option, das Amt zu besetzen."

Alleine kann die Verwaltung diese Entscheidung jedoch nicht treffen. Schließlich wählen die Wehrleiter aus den Verbandsgemeinden den KFI. Entsprechende Gespräche der Wehrleiter laufen zurzeit. Der Kreistag Trier-Saarburg muss später zustimmen. Deshalb hat der TV die Fraktionen befragt, was sie zu dem Thema zu sagen haben.

Bernhard Henter, CDU: "Die Problemlage haben wir überall im Land. Es gibt aus unserer Sicht drei Möglichkeiten: einen ehrenamtlichen KFI finden, ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit der entsprechenden Qualifikation übernimmt den Job als Ehrenamtler oder wir stellen einen Hauptamtlichen ein. Wir müssen unsere Optionen prüfen und dann entscheiden. Noch ist es zu früh, sich festzulegen, was gemacht werden soll."

Ingeborg Sahler-Fesel, SPD: "Der SPD-Fraktion ist bewusst, dass die gestiegenen technischen und rechtlichen Anforderungen zu zusätzlichen Belastungen für den Kreisfeuerwehrinspekteur geführt haben. Dennoch sehen wir in der ehrenamtlichen Bestellung des Kreisfeuerwehrinspekteurs nach der Wahl durch die Wehrleiter ein zukunftsfähiges Modell. Sofern keine ehrenamtliche Bewerbung eingeht, lässt sich der Weg in die Hauptamtlichkeit nicht vermeiden."

Bernhard Busch, FWG: "Sollte eine ehrenamtliche Lösung nach dem bisherigen Muster nicht möglich sein, bietet sich eine Lösung an, die viele Jahre lang mit den Wehrleitungen in den Verbandsgemeinden Saarburg, Schweich und Ruwer erfolgreich praktiziert wurde: Ein hauptamtlicher Mitarbeiter der Verwaltung hatte gleichzeitig die Wehrleitung ehrenamtlich inne."

Sabina Quijano, Die Grünen: "Für die Einstellung eines hauptamtlichen Kreisfeuerwehrinspekteurs im Kreis Trier-Saarburg müsste zunächst die entsprechende Stelle geschaffen und dann ein Mitarbeiter gefunden werden, der für die Aufgabe qualifiziert ist. Die Benennung eines Hauptamtlichen käme für uns nur dann in Betracht, wenn sich kein geeigneter Ehrenamtlicher finden ließe."

Peter Müller, AfD: "Wir sind für einen professionellen Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Trier-Saarburg. Dies soll aber nicht durch noch höhere Schulden geschehen."

Georg Schroll, Piraten: "Bevor ich mich inhaltlich in diese Debatte einmische, würde ich gerne wissen, welchen Arbeitsaufwand ein Hauptamtlicher haben würde und das auch im Tätigkeitsvergleich mit dem KFI in Bad Kreuznach."

Kathrin Mess, Die Linke, und Claus Piedmont, FDP, ließen die E-Mail-Anfrage des TV unbeantwortet. Extra

Stefan Sihr Foto: Friedemann Vetter

Hauptamtlicher Kreisfeuerwehrinspektor im Landkreis Bad Kreuznach
Der Landkreis Bad Kreuznach ist Vorreiter. Seit Januar arbeitet dort der erste hauptamtliche Kreisfeuerwehrinspekteur in Rheinland-Pfalz. Den Posten hat Werner Hofmann, der ehemalige ehrenamtliche KFI des Kreises, übernommen. Hofmann war zuvor Angestellter bei der Kreisverwaltung und im Bauamt zuständig für den Brandschutz. Als KFI steht ihm laut Stellenausschreibung nach dem Landesbesoldungsgesetz ein Gehalt der Stufe A13 zu. Er verdient dementsprechend so viel wie der Leiter einer Grundschule in Rheinland-Pfalz. Laut Besoldungstabelle liegt das Grundbruttogehalt bei dieser Besoldungsgruppe je nach Dienstalter zwischen 3381 und 4585 Euro. Hinzu kommen noch Zulagen, die Angestellten und Beamten zustehen. Laut der Bad Kreuznacher Stellenausschreibung steht dem KFI auch ein Dienstwagen zu. cmk