Kreis Trier-Saarburg richtet Gemeinschaftsunterkunft und Logistikzentrum in Kenn ein

Kreis Trier-Saarburg richtet Gemeinschaftsunterkunft und Logistikzentrum in Kenn ein

Sie wird doppelt genutzt: Die im vergangenen Jahr vom Landkreis Trier-Saarburg erstandene Immobilie in Kenn. Im Februar ziehen dort Flüchtlinge ein, jetzt schon dienen Teile des Gebäudes als Logistikzentrum für den Kreis Trier-Saarburg und die Caritas. Auch in Schöndorf (VG Ruwer) wurde eine Immobilie gekauft.

Töpfe, Suppentassen, Teller oder Spannbetttücher: Das Notwendigste, was man braucht, um in eine Unterkunft einzuziehen, lagert in Kartons im Eingangsbereich des ehemaligen Dachdeckereinkaufs (DEG) in Kenn.

Der Kreis Trier-Saarburg hatte die Immobilie im vergangenen Jahr gekauft. Thomas Müller, Sprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, sagt: "Die Sachen sind für die Erstausstattung für unsere Gemeinschaftsunterkünfte." Die Kartonberge werden noch in die angrenzende weitläufige Lagerhalle gebracht. Denn sie dient dem Kreis und dem Caritasverband zukünftig als Logistikzentrum. Matratzenstapel und Bettgestelle sind dort bereits geparkt. Zwei Container thronen mittendrin. "Hier werden Ehrenamtliche Spenden sortieren und verteilen", sagt Detlef Schmitz vom Sozialamt des Landkreises.

Die Halle wird auch als Caritas-Möbelbörse genutzt werden. Auf dem Außengelände reihen sich aktuell 35 Container aneinander. "Ein Teil wird installiert und dann als Unterkünfte hergerichtet, einen Teil der Container lagern wir nur hier", sagt Müller.

Unterkunft für 50 Menschen

Im Februar sollen die ersten Flüchtlinge in die entstehende Gemeinschaftsunterkunft in Kenn einziehen. In den ehemaligen Büroräumen im ersten Stock würden Unterkünfte für 50 Flüchtlinge geschaffen, sagt Mohsen Khosravi vom Bereich Gebäudemanagement und Schulen der Kreisverwaltung. Platz für weitere 80 Flüchtlinge biete in wenigen Wochen die Containeranlage im Außenbereich des Gebäudes. Im Erdgeschoss, wo sich zurzeit noch die Kartons türmen, wird ein Schulungsraum sowie ein Büro für einen Sozialarbeiter entstehen. Eine Küche und sanitäre Anlagen sind bereits vorhanden.

Auch in Schöndorf hat der Landkreis eine weitere Immobilie zur Unterbringung von Flüchtlingen gekauft.
Im Dezember 2015 waren dem Kreis Trier-Saarburg 175 Flüchtlinge zugewiesen worden, im Januar geht Detlev Schmitz von der Zuweisung von insgesamt rund 220 Asylbegehrenden aus. Aktuell leben laut Leiter des Sozialamts somit rund 1400 Asylbegehrende im Kreis Trier-Saarburg.

Extra:
Der Kreis hat eine weitere Immobilie, einen ehemaligen Supermarkt in der Dorfmitte von Schöndorf, gekauft. Das bestätigte Thomas Müller auf TV-Nachfrage. Erst einmal sollen elf Asylbegehrende in der Eigentumswohnung im ersten Obergeschoss des Hauses untergebracht werden. Der einstige Verkaufsraum diene als Reserve für Notsituationen, sagte Müller. Der Notfallplan des Kreises sei aktuell vom Schreibtisch in die Schublade gewandert. kat

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