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Kreisfeuerwehrinspekteur hört Ende Juni auf und fordert einen hauptamtlichen Nachfolger

Kreisfeuerwehrinspekteur hört Ende Juni auf und fordert einen hauptamtlichen Nachfolger

Der oberste Feuerwehrmann im Landkreis Trier-Saarburg hört auf. Stefan Sihr stellt zum 30. Juni sein Amt zur Verfügung. Die Wehrleiter der Verbandsgemeinden müssen nun einen Nachfolger suchen. Der braucht aufgrund der vielen Termine vermutlich einen verständnisvollen Arbeitgeber.

Trier/Riol. Er will erst einmal Abstand bekommen. Nach gut vier Jahren als Kreisfeuerwehrinspekteur (siehe Extra) des Landkreises Trier-Saarburg gibt Stefan Sihr sein Amt auf. "Ob ich zukünftig bei der Feuerwehr mitarbeite, steht noch nicht fest", sagt er. Er werde eine Auszeit nehmen und dann entscheiden, wie es weitergeht. Fest steht für den Rioler, dass er künftig keine Führungsaufgabe mehr in der Feuerwehr übernehmen will.Ständige Belastung
Da stellt sich die Frage, warum Sihr sein Amt aufgibt, das mit viel Verantwortung verbunden ist. Die Antwort darauf ist relativ einfach. "Feuerwehr hat mal als Hobby angefangen. Mittlerweile ist das eine ständige Belastung über die normalen Arbeitszeiten hinaus", sagt der Noch-Kreisfeuerwehrinspekteur. Er ist bei der Firma Natus in Trier in leitender Funktion tätig. Diese lasse kein Ehrenamt in dieser Größenordnung mehr zu. Sihr: "Meine berufliche Belastung ist sehr hoch und die Tätigkeit als KFI ist dazu kein Ausgleich mehr, sondern nur eine weitere hohe Belastung."
Wer neuer KFI und damit Chef von rund 3500 Feuerwehrleuten im Landkreis wird, steht noch nicht fest. Nach Auskunft der Kreisverwaltung Trier-Saarburg werden derzeit Gespräche über eine Nachfolgeregelung geführt. Gewählt wird der neue Kreisfeuerwehrinspekteur von den Wehrleitern der einzelnen Verbandsgemeinden. Anschließend wird er vom Landrat zum Ehrenbeamten bestellt. Das bedeutet, dass auch Sihrs Nachfolger oder Nachfolgerin neben einem normalen Beruf zusätzlich die Aufgabe des Kreisfeuerwehrinspekteurs wahrnehmen muss. Über eine Umwandlung in eine Vollzeitstelle könnte und müsste der Kreistag bestimmen.

Diese Ehrenamtlichkeit hat auch Sihr im Blick. "Ich bin davon überzeugt, dass die Funktion als KFI zukünftig hauptamtlich besetzt werden sollte." Er nennt dafür zwei Gründe. Der zeitliche Aufwand für dieses Ehrenamt sei so hoch, dass es neben einem Vollzeitarbeitsverhältnis nicht leistbar ist. Die Dimension der Entscheidungen, das mediale Interesse und die Verantwortung liegen deutlich über den normalen Feuerwehreinsätzen.

Die Einsatzleitung soll nach Meinung von Sihr von einem ausgebildeten feuerwehrtechnischen Bediensteten im Hauptamt wahrgenommen werden. "Dieser könnte auch die Wehrleiter in den Verbandsgemeinden bei deren Einsätzen fachlich besser unterstützen."

Solche Hauptamtlichen gibt es einige in Rheinland-Pfalz. Herbert Albers-Hain, Chef der Berufsfeuerwehr Trier, ist auch Stadtfeuerwehrinspekteur. Mit Werner Hofmann hat der Landkreis Bad Kreuznach seit Anfang Januar ebenfalls einen Kreisfeuerwehrinspekteur, der sich voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren kann.

Extra

Kreisfeuerwehrinspekteur: Im Landesgesetz über den Brandschutz sind die Aufgaben des Kreisfeuerwehrinspekteurs (KFI) geregelt. Jeder Landkreis muss einen KFI bestellen. Der KFI ist Fachberater und ausführendes Organ des Landrats in allen Feuerwehrangelegenheiten des Kreises. Besonders bei der Planung und Beschaffung von überörtlich einsetzbaren Ausrüstungen in Absprache mit den Wehrleitern der örtlichen Feuerwehren ist der KFI gefragt. Bei großen Brand- oder Katastropheneinsätzen ist der KFI in der Einsatzleitung aktiv, als Berater des örtlichen Einsatzleiters oder als Einsatzleiter für den Landkreis. Der Kreisfeuerwehrinspekteur berät zudem Städte und Verbandsgemeinden in Feuerwehrfragen und ist auch Repräsentant der Feuerwehren. red