Kreishandwerkerschaft verleiht Gesundheitspreis und ehrt Ausbildungsbotschafter

Jahrestagung : Gegen den Handwerkermangel antanzen

Die Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg hat zum Jahresempfang geladen. Dort wurden unter anderem Preise an Unternehmen vergeben, die sich in besonderer Weise für ihre Mitarbeiter und damit auch fürs Handwerk einsetzen.

Jeder, bei dem etwas im Haus oder der Wohnung gemacht werden muss, der merkt bei der Suche nach einem Handwerker sofort: Der Fachkräftemangel ist groß und lange Wartezeiten sind das Resultat.

Um diesen Trend aufzuhalten oder sogar umzukehren, versucht die Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg die Firmen in und um Trier davon zu überzeugen, attraktive Arbeitsbedingungen und -umfelder zu schaffen.

Gesundheitspreis Dazu gehört laut Kreishandwerksmeister Gerd Benzmüller auch ein gutes Gesundheitsmanagement in den Unternehmen. Um genau dieses zu fördern, haben sich Kreishandwerkerschaft und Innungskrankenkasse (IKK) Südwest zusammengetan und den Gesundheitspreis ausgeschrieben.

Beworben haben sich dafür zehn Unternehmen aus Trier und dem Kreis (der TV berichtete mehrfach). Professor Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest, erklärt das Konzept: „Unser Ziel ist es, Anreize für das Gesundheitsmanagement zu schaffen, so dass Mitarbeiter länger gesund und in ihrer Tätigkeit bleiben.“ Die IKK Südwest helfe allen Unternehmen bei der Umsetzung. In Trier sind laut Loth sechs Gesundheitsberater angestellt, die sich darum kümmern.

Staatssekretärin Daniela Schmitt vom Landeswirtschaftsministerium lobt das Vorhaben der Kooperationspartner: „Sie tragen damit zur öffentlichen Sensibilisierung für ein wichtiges Thema bei.“

Die Jury bestand aus Benzmüller, Loth, der Hauptgeschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Bärbel Schädlich, Bürgermeisterin Elvira Garbes, Ärztin Simone Becker vom Gesundheitsamt Trier, IKK-Regionaldirektor Ulf Wolfs, der Landesvorsitzenden der Unternehmerfrauen im Handwerk, Eugenie Müller sowie Triers Basketballlegende und Gewerkschaftssekretär James Marsh und TV-Chefredakteur Thomas Roth.

Sie hatten eine schwere Aufgabe zu lösen, aus zehn kandidierenden Unternehmen eines auszuwählen, das die Gesundheit ihrer Mitarbeiter am besten fördert. Kreishandwerksmeister Gerd Benzmüller erklärt: „Ein unmögliches Unterfangen!“

Neben den drei Preisen über 1000, 1500 und 2000 Euro der IKK stiftete er daher einen Innovationspreis über 500 Euro. Damit nicht genug, denn die Kreishandwerkerschaft bot noch einen zweiten Dritten Preis über 1000 Euro. Die IKK zog hinterher und stiftete ebenfalls einen Innovationspreis über 500 Euro und einen Sonderpreis in Form einer hochwertigen Sprossenleiter (Preisträger: siehe Info).

Die Gewinnerfirma Flach aus Schweich überzeugte mit innovativen Ideen wie einem Mitarbeiter-Tanzkurs, Kooperationen mit Fitnessstudios, einer Rückenschule, einem Lauftreff und anderen, von Mitarbeitern gewünschten Programmen. Das Preisgeld wird laut Firmenchef Günter Späder dafür genutzt, den Sozialraum des Unternehmens in eine Wohlfühloase umzubauen.

Ausbildungsbotschafter Um den Fachkräftemangel im Handwerk nachhaltig zu bekämpfen, sei neben einer guten und gesunden Arbeitsatmosphäre ebenfalls eine effektive Nachwuchsarbeit vonnöten, erklärt Benzmüller. Vor zwölf Jahren wurde daher das Programm der Ausbildungsbotschafter von der Trierer Handwerkskammer gestartet, da sich seit dieser Zeit der demografische Wandel anbahnte und erstmals Ausbildungsstellen im Handwerk unbesetzt blieben.

Erster Ausbildungsbotschafter wurde der ehemalige Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer. Seit 2011 ist er nur noch für den Kreis Trier-Saarburg zuständig. Er entdeckte, dass es ein enormes Informationsdefizit bei den jungen Menschen gab und wollte dem entgegentreten. Ihm kam die Idee, dass fähige und engagierte Handwerker in Schulen kommen sollen, um die jungen Menschen von ihrem Gewerk zu überzeugen.

Seit diesem Jahr gibt es 53 ehrenamtliche Ausbildungsbotschafter, die spezielle Handwerksmodule an mittlerweile allen Schulen im Landkreis Trier-Saarburg anbieten.

Desinformation unter den jungen Menschen und auch den Eltern führt laut Benzmüller dazu, dass der berufliche Abschluss gegenüber einem akademischen Grad hintenan steht. Diesem Problem hat sich auch die Politik verschrieben und einige Förderprogramme fürs Handwerk erlassen.

Staatssekretärin Schmitt, die sich als Partnerin des Handwerks versteht, stellte die Wichtigkeit des Handwerks für die Wirtschaft des Landes heraus und betonte die guten Perspektiven in diesem Sektor. „Die jungen Menschen, die sich für eine Handwerksausbildung entscheiden, sind wahnsinnig stolz auf das, was sie in ihren Betrieben tun.“

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