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Kreiskrankenhaus Saarburg Mutterhaus der Borromäerinnen Kooperation

Gesundheitswesen : Für die Patienten soll es komfortabler werden

Von der Kooperation zwischen Mutterhaus und Kreiskrankenhaus versprechen sich beide Seiten Vorteile.

Chirurg Dr. Christian Sprenger hat einen Fall zur Pressekonferenz mitgebracht. Keinen Patienten, sondern nur dessen Geschichte und ein paar Unterlagen. Die nimmt er zur Hilfe, um zu erklären, was sich in Zukunft durch die Kooperation zwischen dem Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen und dem Kreiskrankenhaus Saarburg ändern wird. Früher wäre der Patient von seinem behandelnden Arzt möglicherweise direkt ins Trierer Krankenhaus geschickt worden. Oder er wäre aufgrund der Schwere seines Problems erst nach einer gewissen Zeit und einigem Hin und Her von Saarburg nach Trier verlegt worden. „Künftig“, so sagt der Mediziner, „entscheiden Trierer und Saarburger Mediziner in Saarburg gemeinsam, wo behandelt wird.“ Das kann dazu führen, dass in Trier operiert wird und die Nachsorge in Saarburg stattfindet.

Landrat Günther Schartz als Aufsichtstatsvorsitzender der Kreiskrankenhaus St. Franziskus Saarburg GmbH bringt es anders auf den Punkt. Es soll also komfortabler werden. Er verspricht sich für beide Krankenhäuser und die Patienten Vorteile. Menschen, die sonst im Trierer Krankenhaus liegen, können in Saarburg behandelt werden. Im Gegenzug gibt es im hochtechnisierten Mutterhaus mehr freie Betten, da ein Teil der Patienten dort nicht mehr nachversorgt werden muss. Die Kooperation der Saarburger mit dem zweiten großen Trierer Krankenhaus – mit dem Brüderkrankenhaus gibt es bereits seit ein paar Jahren eine engere Zusammenarbeit – kann ein Erfolgsmodell werden. Diesen Eindruck wollen alle Redner beim Pressegespräch im Kreishaus vermitteln. In einem ersten Schritt wollen die Chirurgen beider Einrichtungen gemeinsam klären, wo ein Patient am besten aufgehoben ist.

Eine weitere Zusammenarbeit sei zwar möglich, sagt Arist Hartjes, Geschäftsführer des Saarburger Hauses, doch konkrete Gebiete sind bisher nicht festgelegt. Erst einmal müssten sich die Mitarbeiter ab Anfang Januar in die neue Situation hineinfinden, sagt Jörg Mehr, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen. Er spricht wie alle Beteiligten von konstruktiven und reibungslosen Gesprächen, seit dem Zeitpunkt, als die Saarburger bezüglich einer Kooperation angefragt hätten. Schartz hält diese Kooperationen für ein im Vergleich kleines Haus wie Saarburg unerlässlich. Denn dort könnten gar nicht Spezialisten und Technik vorgehalten werden, wie sie die großen Trierer Kliniken haben. Er sieht in der Partnerschaft mit diesen Häusern Vorteile für die Mitarbeiter. So könnten Ärzte aus Trier in Saarburg früher Positionen einnehmen als im Mutterhaus.