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Kreistag Trier-Saarburg: Für eine Zweierbeziehung reicht es nicht mehr

Wahl : Kreistag Trier-Saarburg: Für eine Zweierbeziehung reicht es nicht mehr

Sie zählen und zählen und zählen. Erst am Dienstag wird das Ergebnis der Kreistagswahl feststehen. Vermutlich werden mehr als zwei Fraktionen zusammenarbeiten müssen, um eine Mehrheit im Gremium zu haben.

Bisher hat es gereicht, wenn sich CDU und FWG einig waren. Mit zusammen 27 Stimmen hatten sie im Kreistag Trier-Saarburg mit seinen 46 Mitgliedern eine Mehrheit. Das ist Geschichte. Denn aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl hat der am Sonntag gewählte Kreistag 50 Sitze. Ähnlich wie im Trierer Stadtrat vermag es auch im Kreistag keine Zweierkoalition mehr, die erforderliche Mehrheit aus eigener Kraft zu erreichen.

Nicht nur die neue Gesamtzahl der Kreistagsmitglieder macht es kompliziert, die Ergebnisse von 2014 mit denen von 2019 zu vergleichen. Auch der Wechsel zweier FWG-Kreistagsmitglieder hin zu den Liberalen in der abgelaufenen Wahlperiode hat die Gewichte verschoben. Denn die FDP war am Ende mit drei Mitgliedern im Gremium vertreten, obwohl 2014 nur einer gewählt worden war. Im Gegenzug verkleinerte sich in der Folge die FWG-Fraktion von sieben auf fünf.

All dies ist am Sonntagabend vergessen, als die ersten Wahlergebnisse eintrudeln (der TV berichtete). Dass diese mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind, wird spätestens am Montagvormittag klar. Denn am Sonntag wurden allein die Wahlzettel gewertet, bei denen nur eine Liste angekreuzt gewesen ist. Daraus hatte dann ein Zwischenergebnis resultiert, bei dem die Grünen weit vor den Freien Wählern liegen und die Christdemokraten auf der anderen Seite schwere Verluste einfahren.

Bei der Auswertung der kumulierten und panaschierten Zettel schrumpft Stunden später der Vorsprung der Grünen schnell dahin. Und auch die Lage für die Christdemokraten bessert sich zusehends. Keine großen Veränderungen zeigen sich hingegen bei den Werten von AfD oder SPD. Und es scheint sich am Ende nur noch darum zu drehen, ob FWG und Grüne gleich viel Sitze haben oder ob die Grünen am Ende doch noch weiter vorne landen.

Ein endgültiges Ergebnis gibt es am Montagabend aufgrund technischer Probleme in einigen Wahllokalen nicht. Stärkste Fraktion bleibt vermutlich (Stand 20.15 Uhr)  die CDU mit 18 Mitgliedern. Bisher sind es 20 gewesen. Zweitstärkste Kraft bleiben nach Stand Montagabend die Sozialdemokraten, die zehn Sitze erreichen und damit einen gegenüber 2014 verlieren. Als Dritte kommen wohl die Grünen ins Ziel. Die in weiten Teilen neu formierte Kreispartei stellt laut Zwischenstand künftig acht Kreistagsmitglieder. Die bisherige Nummer 3 ist die künftige Nummer 4: Die FWG kommt wohl auf sechs Sitze.

 Neu Kreistag Trier Saarburg
Neu Kreistag Trier Saarburg Foto: TV/Schramm, Johannes

Ebenfalls Fraktionsstatus hat vermutlich die AfD, die drei Vertreter im neuen Kreistag hat. 2014 reichte es nur für einen Sitz. FDP und Linke erreichen laut Hochrechnung jeweils zwei Sitze. Mit einem Vertreter ziehen dann die Bürger für Bürger wieder in den Kreistag ein. Für den Fraktionsstatus und die damit verbundenen längeren Redezeiten reicht das jedoch nicht. Wenigstens eine Prognose des Wahlabends erfüllt sich jedoch. Acht Parteien und Gruppierungen sind im Kreistag vertreten.