1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Kreisverwaltung Trier-Saarburg vor Teilumzug nach Trier-Nord

Registrierungspflichtiger Inhalt: Haushalt : Aus Platznot zieht die Verwaltung in den Norden der Stadt

Neue Anlaufstelle für Kunden der Verwaltung des Landkreises in der Trierer Metternichstraße.

An den Zuschussbedarf fürs Saarburger Krankenhaus haben sich die Mitglieder des Kreistags Trier-Saarburg wohl gewöhnt. Sieben Millionen Euro stehen im neuen Haushalt des Landkreises, die als Verlustübernahme an die kreiseigenen Klinik überwiesen werden sollen. Nur am Rand ist das Haus Thema in den Etatreden. Bernd Henter (CDU) schlägt beispielsweise vor, das zum Krankenhaus gehörende Seniorenheim Saarburg an einen anderen Träger abzugeben. Und Ingeborg Sahler-Fesel (SPD) sagt, dass ohne die vom Kreis in den vergangenen Jahren für das Saarburger Haus gezahlten 25 Millionen Euro der Kreis blendend dastehen würde. Trotz dieser Spitzen stimmen am Ende 42 von 47 Kreistagsmitgliedern für den Haushalt.

Der Landkreis steht jedoch nicht blendend da. Grund: Es wird mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Im Finanzhaushalt sind die Ausgaben mit rund 227 Millionen Euro rund 3,5 Millionen Euro höher als die Einnahmen.

Unter anderem steigen die Ausgaben auch deshalb, weil die Zahl der Mitarbeiter aufgrund neuer Aufgaben steigt. Eine Refinanzierung durch Bund oder Land findet jedoch nicht immer statt. Neu besetzt werden unter anderem wegen der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes fünf  zusätzliche Stellen. Wegen des Digitalpakts Schulen sind es knapp 3,6 Stellen, wegen der Erhebungsstelle Zensus drei Stellen.

Für die neuen und wohl auch für die bereits heute in der Verwaltung beschäftigten Mitarbeiter ist zu wenig Platz da. Deshalb hat der Kreis Büros in der Karl-Benz-Straße in Trier-Nord angemietet. Dort sind nun die Abteilungen Wirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau, das Referat für Jugendpflege und Sport des Kreisjugendamts sowie das Rechnungs- und Gemeindeprüfungsamt beheimatet. Der große Umzug steht noch an. Wie im TV  berichtet, wird der Bereich Jugend und Soziales aus der Trierer City komplett nach Trier-Nord übersiedeln. Dort wird ein Gebäude im Besitz des Zweckverbands ART umgebaut. Zum 1. Oktober 2020 soll das über die Bühne gehen.

Wo der neue Klimaschutzmanager des Landkreises Trier-Saarburg sein Büro beziehen wird, ist offen. Eigentlich ist auch noch offen, ob es ihn oder sie überhaupt gibt. Denn die Mehrheit des Kreistags (bei zwei Nein-Stimmen von der AfD) möchte solch einen Kümmerer. Es muss jedoch erst geklärt werden, welche Aufgaben zu erledigen sind und ob es Zuschüsse zur Finanzierung gibt. Die Stadt Trier ist da schon weiter. Laut Stadtverwaltung gibt es seit April einen Förderantrag für zwei Stellen im Klimaschutzmanagement. Diese sind noch nicht genehmigt. Zudem wurde in Trier durch Umstrukturierungen eine Stabsstelle Klima- und Umweltschutz geschaffen.

Nicht neu, sondern ein Dauerbrenner ist die Sanierung des Schulzentrums Konz, für die der Kreis 2020 mehr als sechs Millionen Euro ausgibt. Geplant eine Million Euro wird in den Umbau der Realschule plus Kell gesteckt. Vergleichsweise günstig sind die Kosten für die Generalsanierung der Waldracher Ruwertalschule mit 400 000 Euro. Für 2021 sind sechs Millionen Euro vorgesehen. Drei Millionen sind für die Sanierung der Turnhalle des Gymnasiums Schweich geplant.