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Kreuzweg in Trier-Ost: Torbogen muss neu aufgebaut werden

Kreuzweg in Trier-Ost : Torbogen muss neu aufgebaut werden

Hiobsbotschaft vor Palmsonntag: Der historische Eingang zum Kreuzweg in Trier-Ost ist so stark beschädigt, dass er nicht mehr saniert werden kann. Die Stadt arbeitet aber an einer anderen Lösung.

Die Marianische Bürgersodalität Trier lädt für Palmsonntag, 14. April, zum 149. „Gang zum Petrisberger Kreuzchen“ ein. Wenn Bischof Stephan Ackermann am Anfang des Kreuzwegs an der Ecke Kurfürstenstraße zu den Gläubigen spricht, steht er praktisch auf einer Dauerbaustelle. Denn der 1930 eingeweihte Torbogen (siehe Info) ist mit einem Gerüsttunnel unterbaut und abgestützt, damit Fußgänger den Kreuzweg überhaupt weiter nutzen können.

Im Oktober 2018 rammte ein LKW-Fahrer versehentlich das historische Bauwerk, das daraufhin von der Stadt provisorisch gesichert wurde. „Seitdem ist die Situation unverändert“, stellt Anton Viktor Wyrobisch fest, Präfekt der Marianischen Bürgersodalität Trier.

Der TV hat bei der Stadtverwaltung nachgefragt, woran das liegt. Die Antwort  ist ein Schock für alle Freunde historischer Bauwerke allgemein und des Kreuzwegs im Besonderen: Der Original-Torbogen muss abgerissen werden, es wird ihn in dieser Form in Zukunft nicht mehr geben.

Aber der Reihe nach. Stadt-Pressesprecher Ernst Mettlach erklärt: „Wir mussten zunächst sehr zeitaufwendig klären, wer der Eigentümer des Torbogens ist und ob das Bauwerk denkmalgeschützt ist. Dazu waren Recherchen mit der städtischen Denkmalpflege, dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Stadtarchiv nötig. Weil die Eigentumsfrage nicht abschließend geklärt werden konnte, werden wir die Reparatur des Torbogens übernehmen, das Bauwerk mit dem markanten Wappen des Trierer Bischofs Franz Rudolf Bornewasser wird von unseren Denkmalpflegern als erhaltenswert eingestuft.“

Zu weiteren Verzögerungen sei es gekommen, weil die Stadt für den vermeintlich recht kleinen Auftrag keine Fachfirmen für eine Begutachtung und möglichst kurzfristige Reparatur gefunden habe. Eine Firma habe den Auftrag zunächst übernommen, ihn später aber abgesagt.

Die gute Nachricht: Mittlerweile hat die Stadt ein Ingenieurbüro gefunden, das ein Gutachten vorgelegt hat. Die schlechte Nachricht: Laut Gutachten ist der Bogen aufgrund der massiven Beschädigung nicht mehr zu sanieren. Steine seien komplett ausgebrochen, der Bogen horizontal und vertikal verschoben.

Stadt-Sprecher Ernst Mettlach: „Weil wir den Torbogen aber wegen seiner Bedeutung erhalten wollen, muss er kartiert werden. Dann wird er komplett abgetragen und unter Beachtung der denkmalpflegerischen Belange originalgetreu wieder aufgebaut.“

Für diese Arbeiten werde nun die Planung in Auftrag gegeben. Für die Ausführung müsse im Rahmen einer Ausschreibung ein Unternehmen gefunden werden. Aufgrund der damit verbundenen Fristen sei voraussichtlich mit einer Fertigstellung in rund drei Monaten zu rechnen.

Geschätzte Gesamtkosten: rund 50 000 Euro. Die Stadt Trier tritt dafür in Vorlage und will die Kosten beim Verursacher des Unfalls, der den Bogen beschädigt hat, einfordern.

Viel Gesprächsstoff also für die Teilnehmer der Prozession an Palmsonntag. Sie treffen sich um 15 Uhr an der Ecke Liebfrauenstraße/An der Meerkatz/Am Breitenstein, um  betend und singend den Kreuzweg zum Petrisberger „Kreuzchen“ mit Kapelle hinaufzugehen.