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Kultur: Krieg ist keine Option: Kinder singen und tanzen für den Frieden

Kultur : Krieg ist keine Option: Kinder singen und tanzen für den Frieden

Trommeln, Gesang und Pantomime: Gestern Nachmittag tummelten sich viele Leute auf dem Porta-Nigra-Vorplatz. Der Grund war die Pop-up Performance als Abschluss des zweiwöchigen Talentcampus der Trierer Volkshochschule (VHS).

45 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren setzten mit einer Aufführung bestehend aus Trommeln, Gesang und einer Pantomimendarstellung ein Zeichen gegen den Krieg.

Wo man nur hinsah, jedes Detail symbolisierte Frieden. Egal ob Seifenblasen, gebastelte Friedenstauben aus Pappmaschee oder das Peace-Zeichen: Die Kinder und Jugendlichen aus vielen verschiedenen Ländern hatten eine klare Botschaft: Sie wollen keinen Krieg, sie wollen Frieden. Das war auch auf ihren weißen T-Shirts zu lesen. Auf Platten auf dem Boden standen die Länder, aus denen sie kommen. Darunter Syrien, Somalia, Ukraine, Kurdistan, Russland, Senegal, China und noch viele mehr. Buchstaben aus Gips bildeten den Schriftzug: „No War – Frieden“.

Mit lautem Getrommel machten sie zu Beginn ihrer Perfomance auf sich aufmerksam. Anschließend sang eine Gruppe von Kindern: „Krieg ist keine Option, Frieden ist unsere Mission. Wir wünschen allen Menschen Frieden auf der ganzen Welt.“ Währenddessen führten ein paar Kinder dazu eine Pantomime-Choreografie auf. Sie spielten mit einem unsichtbaren Seil Tauziehen, stritten und kämpften, bis bei einem lauten Trommelknall alle ihre Handflächen zum Publikum zeigten. In jeder ihrer Handinnenflächen war in Großbuchstaben das Wort „Stopp“ geschrieben. Zum Ende ihrer Aufführung formten sie mit ihren Armen ein Herz. Der Applaus des Publikums zauberte den Kindern ein Lächeln ins Gesicht.

Unter dem Motto „Krieg ist keine Option, Frieden ist unsere Mission – Töne, Bilder, Tänze“ veranstaltete die VHS in den vergangenen zwei Wochen einen Talentcampus im Rahmen ihres Ferienprogramms. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer finanziellen oder familiären Situationen Bildungsbarrieren haben. Gemeinsam mit einem Team aus qualifizierten Betreuern erarbeiten sie in zahlreichen Workshops einen künstlerisch-kreativen Zugang zu dem schwierigen Thema Krieg und Frieden. Es geht darum Kultur zu erleben, eigene Ideen zu entwickeln und Kunstwerke zu gestalten.

Dieses Jahr sei die Gruppe besonders divers gewesen, erzählt Anja Weiter von der VHS. „Es hat alles toll funktioniert“, sagt sie. Omar Abouhamdan, erster Vorsitzender der Free Association of Syrian Expats (FOASE e.V.) und Kopf hinter dem künstlerischen Konzept ist sehr stolz auf seine Gruppe: „Nach zwei Tagen waren sie schon wie eine Familie.“ Der Prozess sei außerdem keine Einbahnstraße gewesen. Vielmehr haben die Kinder auch die Betreuer inspiriert und jeder hat seinen Fingerabdruck in der Performance hinterlassen. Auch der zwölfjährige Moataz Aljgdi ist begeistert: „Wir haben aus Steinen Buchstaben gemacht. Es hat richtig viel Spaß gemacht.“

Der Talentcampus ist kostenlos und wurde dieses Jahr in Kooperation mit der FOASE e.V. und dem Max-Planck-Gymnasium von der VHS Trier veranstaltet.