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Kriminalstatistik löst Sicherheitsdebatte in der Region aus

Kriminalstatistik löst Sicherheitsdebatte in der Region aus

Wie sicher leben die Bürger in der Region? „Sehr sicher“, sagt der Polizeipräsident unter Verweis auf die Kriminalstatistik. Die sagt aber auch: Trier gehört zu den 20 gefährlichsten Städten Deutschlands. „Wir brauchen mehr Polizisten“, fordert die Gewerkschaft.

Jedes Jahr im Frühjahr legt Triers Polizeipräsident Lothar Schömann ein dickes Zahlenwerk vor. Es ist eine Art Arbeitsbilanz seiner 1150 Beamten, die in dem rund 6000 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Eifel, Mosel und Hunsrück Dienst schieben. Ziemlich erfolgreich, sagt die Kriminalstatistik. Die Wahrscheinlichkeit, in der Region Trier Opfer einer Straftat zu werden, ist relativ gering, die Aufklärungsquote überdurchschnittlich hoch. Das sind Schlagzeilen, die ein Polizeipräsident gern liest. Wenig erfreut sein wird Lothar Schömann dagegen über die jüngste, offiziell noch unveröffentlichte Kriminalstatistik aus dem Bundeskriminalamt. Danach belegt Trier unter den 80 deutschen Großstädten im vergangenen Jahr Platz 16. Heißt: Nur in 15 Städten gab es 2010 im Schnitt mehr Straftaten. Die jüngsten Vergleichszahlen dürften im Polizeipräsidium schon allein deshalb für Aufregung sorgen, weil sich Trier zuletzt kontinuierlich verschlechterte: 2008 rangierte die Stadt auf der deutschen Kriminalitätsskala noch auf Platz 20, im Jahr darauf war es schon Rang 18 - und jetzt der 16. Platz. "Das hat damit zu tun, dass in Trier die zentrale Aufnahmeeinrichtung des Landes für Asylbegehrende ist", sagt Präsidiumssprecherin Monika Peters. "Alle Delikte, die in diesem Zusammenhang anfallen, schlagen in der Trierer Statistik zu Buche." Rechne man etwa die Anzeigen wegen unerlaubter Einreise oder unerlaubten Aufenthalts heraus, stehe Trier sogar besser da als Mainz oder Ludwigshafen. Die Polizeigewerkschaft GdP sieht dennoch Handlungsbedarf. "Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Polizisten", sagt GdP-Bezirksvorsitzender Elmar Moreth. Je mehr Beamte patroullierten, desto größer der Abschreckungseffekt. "Und umso mehr Straftaten werden verhindert."

Hintergrund: Was den Trierern die Kriminalstatistik verhagelt