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Künstlerische Vielfalt in der Behörde

Künstlerische Vielfalt in der Behörde

Eine Gemeinschaftsausstellung, die den Betrachter inspiriert, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen, ist noch bis Jahresende in Waldrach zu sehen. Unter dem Titel "Vier Freunde, vier Sichtweisen, vier Techniken" sind individuelle künstlerische Auffassungen zu sehen.

Waldrach. Sich auf Rundgang durch Saal und Korridore des Rathauses der VG Ruwer in Waldrach zu begeben, ist derzeit mit spannenden Entdeckungen verbunden. In 100 Kunstwerken, die eine Vielzahl an Motiven in ganz verschiedenen Techniken zeigen, äußern sich Wahrnehmung und Temperament von vier unterschiedlichen Persönlichkeiten. Was sie verbindet, ist Freundschaft, gewachsen über die Liebe zum künstlerischen Ausdruck.
Federführend, auch buchstäblich, ist die Grafikerin und Illustratorin Claudia Schindler, die bereits drei Ausstellungen in Waldrach organisiert hat. Sie zeigt Federzeichnungen mit Titeln wie "Fliegende Tücher", "Frauentanz", "Tanzende Feder" oder "Maskenball", an denen besonders die akribische Technik besticht. Schindler setzt feinste Linien wie Fäden eines Gewebes nebeneinander, so dass sich Flächen in verschiedenen Graunuancen bilden.
Ebenfalls zart, aber in ihrer Wirkung weicher, weil fließende Aquarellfarben die Flächen füllen, sind die Werke von Dorle Schausbreitner. Sie ist ehemalige Studentin von Claudia Schindler und zeigt Illustrationen und freie Arbeiten, in denen sie wie in ihren Liedern Geschichten erzählt. Ob es sich dabei um eine Schlittenfahrt oder einen Stopp an der Route 66 dreht, immer schwingt Augenzwinkern mit. Figuren sind mit wenigen Konturen und spezieller Farbgebung charakterisiert bis karikiert.
Ganz auf die Wirkung von Farbe setzt Verena Rhyn, die ihr Medium nicht nur in ihrer Schauspielkarriere am Theater Trier sondern auch Acrylmalerei gefunden hat. Ihre Arbeiten sind meist großformatig, expressiv und dynamisch, strotzen mit kraftvollen Pinselstrichen vor Energie und Ausdruckswillen. Abstrakte und gegenständliche Motive, zum Beispiel Landschaft oder Stillleben, beschreiben Empfindungen der Künstlerin.
Eher um die Dinge selbst geht es Hartmut Reiner Bolte, dem Ehemann von Rhyn, der Ölmalerei als Ausgleich zum Ingenieursberuf entdeckt hat. Aus seiner Heimat Norddeutschland hat er Motive wie Boote mitgebracht. Vor allem zeigt er Stillleben, auf denen immer wieder Schuhe in naturalistischer Darstellung auftauchen. ae
Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Dezember im Rathaus der VG Ruwer in Waldrach zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag, 7.30 bis 12.30 Uhr, Montag und Mittwoch 14 bis 15.30 Uhr und Donnerstag 14 bis 18 Uhr.