Kürenz ist stolz auf sein Teehäuschen

Trier-Kürenz · Den drei Hauptpunkten der Tagesordnung - Radfahrkonzept der Stadt, Lärmaktionsplanung sowie der Flächennutzungsplan Petrisberg Ost - hat der Kürenzer Ortsbeirat einstimmig zugestimmt. Lob gab’s für die Sanierung des Teehäuschens in Alt-Kürenz.

Schmuck: Von außen ist das Teehäuschen im Kürenzer Schlosspark saniert, nun soll es auch innen noch hübsch werden. TV-Foto: Ludwig Hoff

Foto: Ludwig Hoff (LH) ("TV-Upload Hoff"

Trier-Kürenz. Keine Verbesserungsvorschläge oder gar Einwände gibt es vom Kürenzer Ortsbeirat zum Radverkehrskonzept Trier 2025. Bei der Ratssitzung im Clubheim des Polizeisportvereins befand der Ortsbeirat allerdings, dass die Optimierungen für den Radverkehr mehr auf Alt-Kürenz (Potenzialzone 1) im Tal abzielten als auf die Stadtteilbereiche Weidengraben und Petrisberg (Potenzialzone 3)
Dass Triers Höhe weniger attraktiv sei fürs Radfahren, ergebe sich alleine schon durch die Geografie. Eine Strampelpiste das Avelertal hinauf mit teils enormer Steigung werde weniger gern genommen als eine tellerflache Strecke in der Innenstadt. Die Planung sei allerdings "von der Verwaltung sehr gut gemacht", erklärte Ortsvorsteher Bernd Michels (CDU). Nur bei der angenommenen Verkehrsbelastung von 14 000 motorisierten Bewegungen pro Tag wurde Kritik laut, denn diese Zahl entspräche längst nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten, sagte der Ortsteilchef: "Ich gehe täglich von bis zu 30 000 Bewegungen aus." Ein Wert, der noch mehr für den Radfahr-Ausbau in Trier spreche.
Weniger positiv äußerte sich Michels über die Lärmaktionsplanung. "Alles was drin steht, ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist", schimpfte Michels. Denn die "wunderschönen Dinge" müssten überhaupt nicht umgesetzt werden - außer bei Neubaugebieten.
Der Rat stimmte den Planungen trotzdem einstimmig zu, mit dem Hinweis allerdings auf die langjährige Forderung, dass in der Robert Schumann Allee auf dem Petrisberg Höchsttempo 30 eingeführt werden sollte. Dies diene neben der Verkehrssicherheit auch dem Lärmschutz, argumentierte der Ortsbeirat.
Zwei Baumaßnahmen laufen derzeit mit finanzieller Unterstützung des Ortsbeirates, beide im Schlosspark in Alt-Kürenz. Das sanierte Teehäuschen biete nach der Sanierung wieder einen schönen Anblick - von außen betrachtet.
Innen gebe es im Hinblick auf eine künftige Nutzung noch einiges zu tun. 1000 Euro sollen in die Innenraumsanierung fließen. Damit dürfte es aber nicht getan sein, weitere Mittel seien erforderlich.
Ins Stocken geraten ist die Sanierung der Orangerie unweit des Teehäuschens. Hier sei mehr Geld erforderlich als ursprünglich geplant. Ein Zuschussantrag laufe, so Michels.
Einen "sehr langen Bart" hat nach seiner Einschätzung die 53. Flächennutzungsplanänderung und der Bebauungsplan BU 16, Änderung und Erweiterung Petrisberg Ost, Stichwort Drogeriemarkt neben Wasgau. Der Drogeriemarkt werde kommen, so Michels, ob mit 620 Quadratmetern Nutzfläche oder 680 Quadratmetern (60 Quadratmeter mehr wären vom bereits bestehenden Gebäude her möglich).
Für die Annahme von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan votierte der Rat einstimmig. Das letzte Wort habe nun der am 21. Juli tagende Stadtrat.Extra

Das sogenannte Teehäuschen (4,5 mal 6 Meter, siehe Foto) ist neben der größeren Orangerie das zweite Gebäude im Kürenzer Schlosspark. Im Zusammenhang mit dem Kürenzer Schloss wurde es bereits um 1850 erwähnt. Das kleine Gebäude sei zu schade, um nur Gartengerät darin abzustellen, meint der Ortsbeirat. Wie das sanierte Häuschen öffentlich genutzt werden soll, soll in einer der nächsten Ratssitzungen entschieden werden. LH