Küssen wie die Schmetterlinge

Finden wir zusammen? Waren wir uns jemals nah? Lohnt es, sich zu engagieren? Die Theatergruppe "TheaterUmriss" wirft diese Fragen in ihrer Inszenierung des Stücks "Schieß doch, Kaufhaus!" zurück ans Publikum.

 So nah und doch so fern: ein junges Paar (gespielt von Katharina Soergel und Niels Wehr) wird von der Zweisamkeit im Theaterstück „Schieß doch, Kaufhaus!“ herausgefordert. TV-Foto: Anke Scholz

So nah und doch so fern: ein junges Paar (gespielt von Katharina Soergel und Niels Wehr) wird von der Zweisamkeit im Theaterstück „Schieß doch, Kaufhaus!“ herausgefordert. TV-Foto: Anke Scholz

Trier. "Sind wir noch zusammen?" fragen die Schauspieler auf der Bühne des Exhauses. In losgelöst wirkenden Szenen versuchen sie den Zuschauer vom außen stehenden Betrachter in einen Teil des Stückes zu verwandeln. Die Theatergruppe "TheaterUmriss" hat für ihre erste gemeinsame Aufführung ein postmodernes Stück gewählt. Die elf Ensemble-Mitglieder bringen einige Szenen des Stücks "Schieß doch, Kaufhaus!" des jungen Berliner Autors Martin Heckmanns auf die Bühne. Immer wieder aufs Neue schlüpfen die acht jungen Schauspieler Judith Cegla, Hannah Drawert, Dennis Drögemüller, Lotta Maaß, Till Reiners, Katharina Soergel, Maria Stock und Niels Wehr in ganz unterschiedliche Rollen.Das Thema Globalisierung steht im Zentrum des Stückes. Die zunehmende internationale Verflechtung raubt den Menschen die Zeit und macht sie zu Marionetten ihres eigenen Lebens. Der schnelle Takt des Alltags raubt den Menschen den Antrieb und die Bereitschaft, den Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen. "Manchmal möchte ich die Welt schon gerne vergessen, auch wenn es falsch ist", gibt eine werdende Mutter zu (Lotta Maaß). Ein möglicher Ausweg aus dem Chaos des Systems könnte das Zusammenkommen sein - ganz egal ob als Gesellschaft, Gruppe oder in einer Zweierbeziehung. Doch auch diese Lösung funktioniert nicht immer. Gesprächspartner reden aneinander vorbei, und auch Paare scheinen mit einer dauerhaften Bindung überfordert. "Wir küssen uns wie Schmetterlinge", sagt ein Liebender (Niels Wehr) zu seiner Partnerin. Nach Momenten der Zweisamkeit entfernt sich das Paar voneinander.Das elfköpfige Ensemble gibt auf die aufgeworfenen Fragen keine konkreten Antworten. "Wir möchten dem Publikum mitteilen: Nehmt euch mal Zeit und schaut euch selbst einmal an", erklärt Roman Schmitz, der gemeinsam mit Sebastian Bolitz Regie führt.