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Kulissenschreinerei statt Bauspielplatz

Kulissenschreinerei statt Bauspielplatz

Werkstätten für Kulissenbau und Lagerräume könnten nach Vorstellung von Kulturdezernent Thomas Egger auf dem Grundstück hinter der Tufa entstehen. Auch das Kulturzentrum selbst könnte davon profitieren.

Trier. Möbel, Tierfiguren, meterhohe Landschaftskulissen, Kostüme: Bis unters Dach stapeln sich in einer der großen, leerstehenden Hallen auf dem ehemaligen Gelände der Papierfabrik Ehm die Requisiten. Im Theatergebäude am Augustinerhof können die Utensilien schon lange aus Platzgründen nicht mehr unterbracht werden. Aber nicht nur die Lagerkapazitäten sind knapp, es fehlen auch Räume, um die Requisiten zu schreinern.
Auf dem seit langem brachliegenden Gelände hinter der Tufa, Ecke Wechselstraße, könnten neue Lager und Werkstätten entstehen. Dafür müsste das Areal in enger Lage allerdings von LKW angefahren werden können, die die teils großen und schweren Requisiten von dort zum Augustinerhof transportieren.
Ob das verkehrstechnisch machbar ist, lässt Kulturdezernent Thomas Egger zurzeit prüfen. "Bis Ende September soll das Ergebnis vorliegen. Auf dessen Grundlage können wir dann weiter überlegen, was auf dem Gelände konkret entstehen soll", erklärte er am Mittwoch auf Nachfrage der SPD im Kulturausschuss.
Sollte die Entscheidung für eine Bebauung fallen, kann der Dezernent sich vorstellen, dabei auch die Wünsche der benachbarten Tufa zu berücksichtigen. "Die Tufa wünscht sich lange schon einen weiteren Veranstaltungssaal mit 250 bis 400 Plätzen", sagt Egger. Durch Synergieeffekte könne dies bei einem möglichen Bau von Funktionsräumen fürs Theater eventuell realisiert werden. Im Frühjahr hatte Egger ein entsprechendes Konzept auf den Weg gebracht (der TV berichtete). "Früher war das nicht möglich, da der Stadtrat mich erst im November beauftragt hat, nach einem Gelände für die Auslagerung von Funktionsräumen bei einer Theatersanierung am jetzigen Standort zu suchen", parierte der Dezernent die Kritik, die Fläche nicht schon länger für eine mögliche Tufa-Erweiterung ins Auge gefasst zu haben. Schließlich liegt das Grundstück bereits seit zehn Jahren brach. Bislang hatte die Stadtverwaltung eine Wohnbebauung oder eine Quartiersgarage geplant.
Seit drei Jahren war Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani mit einem Investor in konkreten Gesprächen. Nachdem Egger vor kurzem eigene Ansprüche angemeldet hatte, war dieser allerdings abgesprungen.
Markus Nöhl, kulturpolitischer Sprecher der SPD, wollte von Egger wissen, wie er sich die Finanzierung von Kulturräumen auf dem Areal vorstelle. Sollte eine Tufa-Erweiterung tatsächlich in das Bauvorhaben miteinbezogen werden, müsse man das mit dem Land besprechen. Denn bislang gelte die Unterstützungszusage aus Mainz nur für die Theatersanierung. Bei einem Gespräch in der nächsten Woche mit Kultur-Staatssekretär Walter Schuhmacher werde er das Thema ansprechen, versprach Egger.
Wie es mit Tufatopolis - dem Bauspielplatz, der auf der Brache aus einem Tufa-Kinderprojekt entstanden ist - weitergeht, ist derzeit nicht nur wegen der möglichen Neubebauung offen. "Die Finanzierung des Projekts ist im Moment ohnehin nicht länger gesichert", sagte Tufa-Leiterin Teneka Beckers in der Sitzung des Kulturausschusses.Extra

Das Di-Mi-Do-Semesterticket, mit dem die rund 25 000 Studenten in Trier ab September kostenlos Kulturveranstaltungen besuchen können (der TV berichtete), könnte nach Vorstellungen von Kulturdezernent Thomas Egger ausgeweitet werden. Zum Beispiel auf Schüler und Auszubildende. "Allerdings würden wir auch für diese Gruppierungen Patenschaften benötigen, so wie das Studierendenwerk diese mit einem Zuschuss von 80 000 Euro pro Jahr für die Studenten übernommen hat", erklärte Egger am Mittwoch auf Anfrage der SPD. Er sei bereit, mit der Industrie- und Handelskammer sowie mit der Handwerkskammer über eine solche Patenschaft für ein mögliches Kulturticket für Auszubildende zu sprechen, sagte Egger. "Ein potenzieller Pate, der für die Gruppe der Schüler infrage kommt, ist mir allerdings noch nicht eingefallen", erklärte er. Die Internetseite, die über das Di-Mi-Do-Semesterticket informiert, hat mittlerweile einen Namen: www.di-mi-do.de Zur Personalsituation am Theater - der künftige Intendant Karl Sibelius hat die Arbeitsverträge von 39 Künstlern nicht verlängert - äußerte sich Egger auf Anfrage der Linken. Das Thema vorab im Kulturausschuss zu besprechen, sei zum einen aus Zeitgründen wegen der Kommunalwahl und der Neukonstituierung des Ausschusses nicht möglich gewesen. "Zum anderen wäre das allerdings rechtlich auch gar nicht notwendig gewesen, weil diese Personalentscheidungen laut Verträgen dem Intendanten alleine obliegen", erklärte Egger. woc